Jede Woche fragen wir in den Möglinger Nachrichten nach einem alten schwäbischen Wort und bringen in der nächsten Woche die Auflösung. Alle blauen Begriffe sind vertont und können angehört werden.

      [grundsätzliches]   [schwäbische Sprüche] 

hier ist eine schöne und umfassende Beschreibung unseres schwäbischen Landes

!!!! hier gibt es viele schwäbische Gedichte und Geschichten  !!!!
Unsere Vorfahren haben seit Jahrhunderten schwäbisch geschwätzt und z. T. auch geschrieben. Schwäbisch gehört zu unserer Vergangenheit, es ist ein Kulturgut, das erhalten werden muss. Natürlich hat sich auch der Dialekt in den letzten 100 Jahren stark verändert. Die Aussprache war wesentlich akzentuierter, mit vielen Begriffen aus der Landwirtschaft könnte man heute nichts mehr anfangen. Die Sprache verändert sich laufend mit der gesamten Umwelt und Umgebung.  Seit dem 14.11.2002 haben wir nun über 800 alte schwäbische Wörter in den Möglinger Nachrichten veröffentlicht.  Mit den Breschtleng, also Erdbeeren fing alles an. Es gibt noch aber noch mehr!
lfd Nr. Begriff Erläuterung
855 Grädda des geit's nägschte Woch
854 Schuira a‘ Schuira ist eine Scheune, Scheuer. Nach dem Abbruch eines Wohnhauses und der zugehörigen Schuira in der Münchinger Straße hatten wir festgestellt, dass die Schuira 1666, und das zugehörige Wohnhaus erst 1676, also10 Jahre später gebaut worden war. Wenn man die Verhältnisse nach dem 30 jährigen Krieg, also 1666 berücksichtig, kann man erkennen, dass damals eine Scheune wichtiger war als das Wohnhaus. In der Scheune wurde die Lebensgrundlage für das ganze Jahr aufbewahrt, hier konnte man notfalls auch wohnen / hausen, umgekehrt wäre es nicht möglich gewesen.
853 Göpel Zu einem alten Fahrrad oder Auto sagt man oft, dass das ein alter Göppel sei. Ein Göppel war vor der Erfindung von Kraftmaschinen die Kraftquelle für die ersten  Maschinen. Ein Pferd oder ein Ochse musste immer im Kreis gehen und mit einem angehängten waagrechten Balken über Zahnräder oder Riemen eine Maschine antreiben. Mit der Erfindung von Motoren wurden die Göppel überflüssig – deshalb alter Göppel. Bei der Auswertung alter Möglinger Karten ist mir ein seltsames rundes Gebäude mit der Nr. 169e  in der Kirchgartenstraße aufgefallen, das ich zunächst nicht zuordnen konnte. In einer Beschreibung von 1907 fand ich die Erklärung: Der Bäcker Ludwig Ditting besaß hier einen rundum offenen, überdachten Göpel.
852 wargla Menschen und Tiere können sich wälzen oder rollen, also wargla.
851 Scheesa Dieses Wort ist wieder eine französische Hinterlassenschaft aus dem 18./19. Jahrhundert.  Chaise heißt Stuhl. Chaise de poste war die Postkutsche.  Die schwäbische Scheesa ist eine bequeme Kutsche, sie hat gefederte Achsen und gepolsterte Sitze, war aber für die tägliche Arbeit ungeeignet. Sie ist/war ein Fahrzeug nur für besondere Anlässe
850 Rotz Rotz ist das Nasensekret, mit dem Rotztuch/Taschentuch wurde die Nase geputzt
849 nâ-blotza nâ-blotza ist stürzen, hinfallen. Das a bei nâ-blotza ist kein deutliches offenes A wie bei Apfel, sondern wird weich gesprochen wie bei Ahnung.

Hier sind alle Begriffe hinterlegt, bitte Anfangsbuchstaben anklicken:

A B D E F G H K L M N O P Q R S T V W Z

hier hören sie die Glocken der Pankratiuskirche