Jede Woche fragen wir in den Möglinger Nachrichten nach einem alten schwäbischen Wort und bringen in der nächsten Woche die Auflösung. Alle blauen Begriffe sind vertont und können angehört werden.

      [grundsätzliches]   [schwäbische Sprüche] 

hier ist eine schöne und umfassende Beschreibung unseres schwäbischen Landes

!!!! hier gibt es viele schwäbische Gedichte und Geschichten  !!!!
Unsere Vorfahren haben seit Jahrhunderten schwäbisch geschwätzt und z. T. auch geschrieben. Schwäbisch gehört zu unserer Vergangenheit, es ist ein Kulturgut, das erhalten werden muss. Natürlich hat sich auch der Dialekt in den letzten 100 Jahren stark verändert. Die Aussprache war wesentlich akzentuierter, mit vielen Begriffen aus der Landwirtschaft könnte man heute nichts mehr anfangen. Die Sprache verändert sich laufend mit der gesamten Umwelt und Umgebung.  Seit dem 14.11.2002 haben wir nun über 850 alte schwäbische Wörter in den Möglinger Nachrichten veröffentlicht.  Mit den Breschtleng, also Erdbeeren fing alles an. Es gibt noch aber noch mehr!
lfd Nr. Begriff Erläuterung
870 romm oder nomm des geit's nägschte Woch
869 Kramba Krampa kenne ich als zu einem U gebogene Drahtstifte, mit denen man Draht an einem Pfosten befestigen kann.
868 Feaschter Das Wort Fenster wird Feaschter ausgesprochen.
867 mä'a

mä’a ist mähen. Jahrhundertelang wurde das Gras und Getreide mit der Sense von Hand gemäht. In den 1920er Jahren wurden in Deutschland Balkenmähmaschinen für Pferdezug gebaut, die in den 1950er Jahren durch die Schlepper mit Mähbalken abgelöst wurden.

866 a'wa a‘wa ist ein erstaunter Ausruf  Ach was,  wenn das aa‘waa lang ausgesprochen wird. Ist das a’wa kurz und hart ausgesprochen, wird strikte Ablehnung ausgedrückt.
865 g'schuggt Der isch doch a bissle g’schuggt sagt man über jemand, der sich nicht „normal“ benimmt, der etwas überdreht ist.
864 Aussteuer

Mitgift oder Aussteuer bezeichnet Vermögen in Form von Gütern und Hausrat, die die Eheleute mit in die Ehe bringen. Dies waren bei den Frauen vor allem Bettwäsche, Handtücher und Geschirrtücher. Die Mädchen nähten und verzierten oft schon als Jugendliche alles selber. Dazu wurden fast immer die Anfangsbuchstaben des eigenen Namens eingestickt. Natürlich gehörten auch Äcker u. ggfls. Gebäude dazu. Die Aussteuer (= Beibringen) wurde nach der Heirat in einem Vertrag beim Notar und Schultheiß dokumentiert. Je reicher der Vater, desto größer war die Aussteuer: Die Zarentochter Olga Nikolajewna kam 1864 mit 307 Kisten kostbarster Aussteuer nach Stuttgart und wurde Königin als Frau von König Karl  von Württemberg.

863 Rälleng Jeder Rälleng hat a Katz, sagten früher die Leute. Ein Kater wird Rälleng genannt, weil er ganz rallich war, also aufdringlich den Katzen nachstellte.
862 doba

anstatt „dort oben“ ist die kurze zackige schwäbische Aussage: doba.

Hier sind alle Begriffe hinterlegt, bitte Anfangsbuchstaben anklicken:

A B D E F G H K L M N O P Q R S T V W Z

hier hören sie die Glocken der Pankratiuskirche