A

a' Ripp

Das Wort Ripp wird als Schimpfwort für eine (böse?) Frau  gebraucht. Vermutlich stammt der Begriff aus der Bibel, weil dort geschrieben steht, dass Gott zur Erschaffung Eva's eine Rippe des Adam verwendet hat - damit soll aber natürlich Eva nicht als böse Frau bezeichnet werden.

a’schieaßa

A’schiaßa steht für Ausbleichen. Wäsche schießt an dr  Sonne a’, wenn bunte Wäsche zu oft gewaschen wurde ist sie auch a’gschossa. Das erste A wird dabei so ausgesprochen wie bei Apfel.

â’schugga

â’schugga ist anschieben, anstoßen, schubsen. Schugg me a, sagt der Kleine, wenn er auf seinem Schlitten sitzt und es nicht schnell genug bergab geht. Wenn man aber über jemand sagt, dass er g’schuggt ist, so ist das abfällig gemeint und  bedeutet, dass er nicht alle Tassen im Schrank hat oder sich einfach auffällig benimmt.

abhaua Das Wort abhaua wird für wegrennen, flüchten, schnell verschwinden, gebraucht. „nô be i schnell abghaua“  =  dann bin ich schnell weggelaufen.

abe, abersche

abe [Betonung auf dem a] : nach unten, hinten, rückwärts gerichtet

abuckla

bedeutet sich abmühen, mühsam arbeiten, sich anstrengen bis man krumm und bucklig wird.

Acker-Leenge

Die Ackerleenge ist die Länge des Ackers.

affanga

Das Wort afanga/affanga hat im Grunde  Verwandtschaft mit Anfang, es wird wie das moderne Wort allmählich benutzt: „mir wird affanga kalt“ -  allmählich friere ich.

Ahna – Ehne

D' Ahna ist die Oma, also die Großmutter. D'r Ehne der Opa oder Großvater. Ahna und Ehne hatten in früheren Zeiten eine wichtige Position in der bäuerlichen Großfamilie: Sie waren meist für die kleineren Arbeiten im und um Haus und Hof herum zuständig. Dazu gehörte z.B.die Aufsicht über Kleinkinder und das Kochen zum G'schäft für d' Ahna genauso wie’s Holzmachen oder kleinere Reparaturen für d' Ehne.

Ähra-leasa

Vor der Wirtschaftwunderzeit gab es tatsächlich noch Leute, die arm waren, wenig zu essen hatten und keine Unterstützung vom Staat erhielten. Bei der Getreideernte bleiben immer einige Ähren auf dem Acker liegen. Diese wurden zusammengesammelt (zusammengelesen). So konnte eine Familie nach einigen Tagen Arbeit einige Säcke Ähren sammeln, die noch einige Kilo an Weizenkörnern enthielten

albacha

Albacha ist altbacken, altmodisch, auch langweilig. Ein Mensch kann im Verhalten  albacha sein, aber auch die Kleidung, die er trägt. Ein trockenes altes Brot ist natürlich auch albacha.

Altânâ

Eine Altane ist keine "alte Oma", sondern ein überdachter Balkon, der oft als Anbau und Außentreppe mit Zugang zum OG ausgebildet war. Im Erdgeschoss der alten Bauernhäuser war in der Regel der Stall und Futterstall. Zu den Wohnräumen im 1. Stock gelangte man über einen äußeren Anbau mit Treppe auf eben diese Altane. Dort war oft gleichzeitig der Abort, weil die Entsorgung an dieser Stelle einfacher war

alterniera

Jetzt deant’ se sich blos net alterniera – jetzt regen sie sich nur nicht auf. Es bedeutet also aufregen, ärgern und wird nur als Verneinung gebraucht.

Altjâhrâbed 

Als Altjâhrâbed wurde der letzte Tag des Jahres, also Sylvester benannt. Die Bezeichnung ist eigentlich ganz logisch: Der Abend (das Ende) des alten Jahres. Ich erinnere mich noch gut daran, dass es abends immer Glühwein gab. Neujahrswünsche: An Neujahr besuchten die Kinder die Verwandten und Nachbarn und wünschten ein Gutes Neues Jahr. Dabei sagten sie auch Sprüche auf wie: Die kleine Emma kommt heute daher, wünscht Segen, Gesundheit und vieles noch mehr. Dr’ Marie, em Otto, em Karle, dr’ Ahna a guats Nuis Jâhr, der Herrgott em Hemmel der mache es wâhr. Die Kinder bekamen für ihre Neujahrswünsche meist eine Neujahrsbrezel, zumindest aber noch einige Guatsla oder Äpfel.

âne dappa

âne dappa kann mit „langsam entlanggehen“ übersetzt werden, dappa = tappen = schwerfällig gehen

Anga,  Anka

D’ Anga ist das Genick, „en d’ Anga schlaga“, „du krieagsch glei a paar en d’ Anga“ war allseits übliche und von allen – vor allem den Kindern - wohlbekannte Aussprüche und direkte Erfahrungen.

Angehöriger des Gerichts

Mitglieder des Gerichts oder des Rats (auch Gerichtsverwandte oder Ratsverwandte genannt) waren in früheren Zeiten nur ganz grob mit heutigen Gemeinderäten vergleichbar. Eine Gemeindeverwaltung im heutigen Sinne gab es nicht, aus dem Kreis der Räte wurde ein Schultheiß gewählt, der den Ort nach außen vertrat und meist auch die schriftlichen Angelegenheiten erledigte. Innerörtliche Dinge wie die Aufrechterhaltung der Ordnung waren auch Sache des Gerichts, so konnten wegen Verfehlungen kleine Geldstrafen ausgesprochen werden. In das Gericht wurden in der Regel die angesehendsten Männer eines Ortes von den Bürgern (dies waren aber nicht alle männlichen Einwohner) des Orts gewählt, für sie war es ein gewichtiger Titel.

Aora

Aora sind die Ohren, Aorawei ist Ohrenweh = Ohrenschmerzen. Ein Ohr ist ein Ao-r . Die jeweilige Ausspräche der schwäbischen Wörter kann auf der Homepage des Heimatvereins abgehört werden.

arg

das Wort arg wird gar arg oft gebraucht und dient der Steigerung von Ausdrücken. Dabei wird es positiv und negativ benutzt: des isch aber arg schee gwea; i hau di arg gern; geschtern hen ihr aber arg g’feiert. Aber auch in der ursprünglichen Bedeutung: des isch aber arg schlemm (das ist aber sehr schlimm) ; des isch aber a bissle arg teuer.

A'schbroach

Der erste Gedanke bei dem Wort war sicher auch richtig: A'schbroach ist eine Rede halten. Aber das Wort bedeutet viel mehr: mit jemanden reden können, Sorgen und Nöte mit jemanden besprechen können, Kontakte haben. "Dr'  Mensch braucht halt a A'schbroach" - und wenn’s nur ein Tier ist

Ätsche-Gäbele 

 Ätsche-Gäbele ist ein Spottvers gegen einen Unterlegenen. Dazu wurde ein ausgestreckter Zeigefinger quer über den anderen Zeigefinger von der Fingerwurzel zum Fingernagel gerieben. Wenn man so „ausgemacht“ wurde, war das schon eine Demütigung und Beleidigung.

au dô

Au dô war früher die übliche kurze Begrüßung der Bauern auf dem Acker (anstatt Grüß Gott oder Guten Tag). Was schaffet dr kam dann meist gleich danach. Eigentlich sind die Worte sinnlos, weil ja jeder sah, dass der andere auch anwesend war und jeder auch sehen konnte, was der andere gemacht hat. Es war einfach der Einstieg in ein Gespräch. Früher kam dies öfter vor, weil jeder mit der Hand am Arm schaffte und bei einem Gespräch auch mal ausruhen konnte.

auslickera 

Auslickera bedeutet ausfindig machen, von einem anderen eine Information herauslocken, ausfragen, aushorchen

auswenna

Auswenna heißt auswinden, auswringen, z.B. einen Putzlappen.

A'wanna

Das Wort stammt aus dem landwirtschaftlichen Bereich.  A’wanna wird der Rand eines Ackers am Weg entlang genannt. Hier wächst der Weizen nicht so hoch wie in der Mitte des Acker, die Rüben sind kleiner, kurz: hier ist der Ertrag geringer.

B

b’häb

Dieses Wort ist wieder ein typisches Beispiel für einen kurzen schwäbischen Ausdruck, der je nach Zusammenhang mehrere Bedeutungen haben kann: Zum einen kann er  bedeuten, dass ein Behälter dicht ist. Als b’häb wird aber auch jemand bezeichnet, der geizig ist, nichts verschenkt und sein Geld zusammenhält (auch hier geht nichts nebenraus – er hält seinen Geldbeutel dicht !). Zum Dritten bedeutet es aber auch räumlich nah und wenig Zwischenraum – „der fährt aber b’häb vorbei“. Zuletzt ist aber auch eng anliegend gemeint. Ein Kleidungsstück sitzt b’häb, wenn es anliegt oder sogar spannt. Eine Frau aus dem Dorf ließ sich bei der Schneiderin in der Stadt ein Kleid machen und wollte es ihr auf hochdeutsch erklären, wie sie es sich vorstellte: „tara Knöpf’ und tara Knöpf’ und hinten ganz behäbe“ – hier Knöpfe und hier Knöpfe und hinten eng anliegend. So geht es eben wenn man hochdeutsch reden will.

bäbba

Bäbba ist kleben, bäbbich ist klebrig, des bäbbt aber guat.

babbela

Babbela-nex mai da, so wurde zu Kindern gesagt, wenn nichts mehr da war, weil z. B. der Teller leergegessen war oder die Gutsle-Schachtel leer war. Das a am Wortende wird als langes, deutlich betontes A gesprochen.

bäbbera

Bei kleinen Kindern wartet man zuerst sehnsüchtig dass sie es tun, bald danach sagt man zu ihnen, dass sie auch mal ruhig sein sollen.  Unter „bäbbera“ verstehen wir inhaltslos daherreden, plappern, schnattern.

Bachel

„A Bachel“ ist eine kurze Umschreibung für einen einfach strukturierten, einfältigen Menschen.  Das Wort wird abwertend gebraucht für jemand, von dem man nicht viel hält und dem man nicht viel zutraut. Aber er wird akzeptiert und nicht abgelehnt. Eine Steigerung ist  Depp oder Dackel, Halbdackel ist als Beleidigung ernst gemeint und enthält schon große Ablehnung.

Bachstoikäs

Der Bachstoikäs hat nichts mit einem Bach gemeinsam, eher mit einem Stein. So wurde der Limburger Käse genannt, der die eckige Form eines Backstein hatte und dieser wird auf schwäbisch eben Bachstoi ausgesprochen. In den 1950/60er Jahren gab es ihn noch häufig. Er hatte einen eigenen strengen Geruch und war deshalb bei den Jüngeren nicht so beliebt.

badda

badda kommt von französischen „battre“ – schlagen und bedeutet soviel wie: Wirkung zeigen, einen Wert haben. „Der Reaga hat ebbes batt“ bedeutet, dass der Regen für das Wachstum der Pflanzen wichtig war und dass es zum richtigen Zeitpunkt reichlich geregnet hatte.

bäffa

bäffa bedeutet  schimpfen, schelten, giftig maulen. „Mei Alte bäfft da ganza Tag“: meine Frau keift den ganzen Tag, „ha Du bäffsch do en oi Loch nei“: Du speist fortwährend Gift und Galle vor Dich hin.

bäffzga

bissig hinterhermaulen, keifen

Bagasch

Bagasch meint Gesindel, „so a Bagasch“ wird recht abfällig gebraucht. Das Wort ist wieder eine Erinnerung an französische Zeiten in Württemberg.

Bahwärterskua

Mit Bahwärterskua ist eine Ziege gemeint. Die Bahnwärter der Reichsbahn und der Bundesbahn wohnten oft in kleinen Häuschen an der Bahnstrecke. Dort konnte sich  in der Regel immer eine Ziege – a’ Goiß ernähren. Für eine „richtige“ Kuh fehlte der Platz und das Futter.

Bajass

Ein Bajass ist ein Kasper, Clown, Spinner, (nicht nur schwäbisch, sondern allgem. ein altes Wort).

Balga-Staiber

Von der Bezeichnung her dient er zum Abstauben der Balken in der Scheune, was natürlich Unsinn ist. Der Balga-Staiber war ein Gerät, das es nicht gab, das aber viele holen sollten und keiner mitbrachte. Mit einigen Mitmenschen wurde so mancher Possen getrieben. So wurden Leute zum Schmied oder zum Wagner geschickt, um den Balga-Staiber zu holen. Wenn der Handwerker mitmachte, gab er ihm einen möglichst schweren Gegenstand mit und der Arme musste zum Spott auch noch schwer tragen.

Bä-Mulla

 A’ Bä-mulla ist eine faule Person, meist eine Frau, die nichts aus der Ruhe bringt, sie ist meist langsam und nicht sehr helle.

Bäpp

Ein Schwabe klebt nicht, er bäbbt. Bäbbich ist klebrich. Bäpp ist aber nicht nur Klebstoff, sondern wird auch abwertend für etwas gebraucht: „Der schwätzt en Bäpp raus“ heißt, dass man von dem Gesagten nicht viel hält. Eine Steigerung ist Käsbäpp. Weiter nördlich von uns sagt man dazu vielleicht „Scheibenkleister“ (auch eine Art Bäpp)

Barn

Der Barn ist der Teil der Scheune in dem das Stroh, bzw. die Garben gelagert wurden, also neben dem Denn/Tenn (der Tenne). In den USA wird auch die gesamte Scheune Barn genannt.

Batsch

Der Batsch (kurz gesprochen) ist der Händedruck - der hat mr net amol en Batsch geba. Ein Batsch ist aber auch ein leichter Schlag mit der Hand. Händeklatschen ist batschen. Mit einem Batsch unter Männern wurden Kaufverträge besiegelt. Kleine Kinder haben Batschhändla. Mit dem Teppichbatscher  wurde vor der elektronischen Staubsaugerzeit der Teppich ausgeklopft (und auch manch verlängertes Rückgrat ungehorsamer Kinder).

Batsch, batscha

Wenn man jemand zur Begrüßung die Hand gibt, gibt man ihm einen Batsch. Das Eigenschaftswort dazu heißt batscha – nämlich in die Hände klatschen oder auch jemand (mit der Hand) schlagen. Es gibt auch noch dem Deppichbatscher und den Muggabatscher, den Teppichklopfer und die Fliegenklatsche.

bätta

Das Wort „beten“ wird urschwäbisch kurz als bätta ausgesprochen.

Bausa

Bausa wurden Strohballen genannt, wie sie von den ersten Dreschmaschinen mehr zusammen gebunden als gepresst wurden. Auch locker gebundes Strohbündel ist ein Bausa. Die fester gepressten Ballen wurden auch immer Ballen genannt.

Bebbeleskraut

Bebbeleskraut ist Rosenkohl, Der Begriff ist vielleicht nicht allgemein schwäbisch, aber ihn kenne ich aus meiner Jugendzeit. Bebbala sind Boppeln, kleine Kugeln.

Behnestiaga 

die Behnestiaga ist die Bühnentreppe. Behne ist die Bühne, gemeint war damit das gesamte Dachgeschoss eines Bauernhauses – „onder’m Dach isch’ d’ Behne“. Stiaga ist eine Treppe im Haus, meist aus Holz. Je weiter es nach oben ging, desto schmaler und steiler wurde die Treppe. Eine Treppe mit Steinstufen ist übrigens keine Stiaga, sondern eine Staffel.

beiga 

D’ Ufflösung: A’ Beiga oder auch Beigetsa ist ein Stapel, z. B. a’ Holzbeiga -  beiga bedeutet sauber aufstapeln.  Als überall noch mit Holz geheizt worden ist, wurden die gespaltenen Holzscheite in einer Hütte sauber aufgebeigt.  Auch Weihnachtsgeschenke kann man schön aufbeigen.

Benn-Nagl

Benn-Nagl kann man mit Binde-Nagel übersetzen (benna = binden). Zur Getreideernte wurde erst in den 1920er Jahren Maschinen eingesetzt. Bis dahin wurde mit der Sense oder dem Haberrechen gemäht und die Halme von Hand aufgenommen und zu Garben zusammengebunden. Jahrhundertelang wurde zum Zusammenbinden das Stroh von Roggen verwendet, weil dieses lang gewachsen, weich und biegsam ist. Die Garben mussten nun fest gebunden werden – dazu wurde ein „Benn-Nagel“, ein ca. 20 bis 30 cm langer Holznagel verwendet. Die beiden Enden des Bindestrohs wurden damit gegeneinander verdreht und anschließend in die Garbe eingesteckt.
 In späteren Jahren waren für die Bauern „Garbenstrickla“ zur mehrfachen Verwendung erschwinglich. Erst später mit der Einführung des Mähbinders  kamen die industriell hergestellten Schnüre in Gebrauch.

Bett-Ziacha

D‘ Ziacha sind die Überzüge für Kissen und  Bettdecke.

Biramooscht

Bira sind Birnen und Mooscht ist natürlich der Most. Reiner Biramooscht wurde meist nicht gemacht, weil er etwas rääs (besonderer Geschmack) war, Birnen wurden meist als Zutaten zu den Äpfeln gemostet.

blaid

Ein durchgewetzter, dünner, durchscheinender Stoff wird als blaid bezeichnet. Kleidungsstücke aller Art wurden früher nicht weggeworfen, wenn die Besitzer gewachsen (oder gestorben) waren. Sie wurden regelmäßig umgeschneidert solange der Stoff dies noch zuließ. Am Schluss wurden die Teile noch als Putzlappen verwendet.

blärra

Etzt blärr doch net so = nun heul doch nicht so laut. Blärra ist laut weinen, schreiend heulen. Der Wortstamm ist das franz. pleurer = weinen. Ein Blärrochs ist ein Schreihals.

Bletz

A Bletz ist ein Flicklappen, auch eine sichtbare Verletzung, oder ein Fleck an der Hose. „Der hat dr’ Bletz neba’s Loch gsetzt“ – er hat die Sache verkehrt angefasst. „Besser en wiaschter Bletz als a schandlichs Loch“ – besser ein hässlicher Fleck als ein Schande bringendes Loch. Bletz stand ganz früher für Kleidung allgemein.

Bloadera 

A’ Bloadera ist eine Wasser- Blut- oder eine Luftblase, so wird aber auch ein Mensch genannt, der sich nicht bewegt, nicht schnell arbeitet und alles lange liegen lässt.

Bloama

A‘ Bloama ist eine Blume, a‘ Bleamle ist ein Blümchen und Bleamla sind viele Blümchen

Blocker

Die Fußböden der Häuser bestanden aus Holzdielen oder Brettern, die regelmäßig, am besten jede Woche, eingewachst werden mussten. Vorher mussten sie aber gereinigt werden. Dies geschah mit dem Blocker, einer schweren eiserne Bürste. Zum Polieren nach dem Einwachsen wurde er auch gebraucht, dann wurde ein Tuch untergelegt. Meist durften/mussten die Kinder „blocken“

Blôdera

Eigentlich ist eine Blôdera eine Blase, Blutblase oder Brandblase. Damit wird aber auch jemand bezeichnet, der sich nicht bewegt, der nichts zustandebringt, dem man nichts zutraut weil er faul oder unfähig ist.  „Des isch doch a’ Blôdera“ ist eine herbe Beleidigung.

Blonza

A Blonza ist eine dicke Blutwurst. Blonza wird aber auch ein sehr dicker, schwerfälliger, unbeweglicher Mensch genannt.

blôô

Die alten Möglinger sagten nicht blau, sondern blôô zu der Farbe Blau.

blotza

blotza lassa oder noch urschwäbischer: blotza lau,  bedeutet etwas mit lautem Getöse fallen lassen.

blutt

blutt ist bloß, nackt, leer. „Der blutte Kaschda hat scho 100 Euro koscht“ = der leere Schrank hat schon 100 Euro gekostet. „sui isch blutt daherkomma“ = Sie kam nackt, oder auch nur leicht bekleidet daher. Vereinzelt soll es aber auch bedeutet haben, dass sie nichts an Gütern mitgebracht hat.

bobbera

Bobbera ist ungeduldig warten. Die Oma ist beinô verbobbert, weil’s Enkele so spät heimkomma isch.

bockich

Wenn jemand bockich ist, ist er/sie störrisch, eigensinnig und hört auf keine guten Ratschläge

bockla

Bockla heißt kräftig klopfen, auch anklopfen, rumpeln. Wenn man gegen etwas anstößt, bockelt es. Wenn das Fleisch eines alten Ziegenbocks zu sehr nach „Bock“ gerochen hat, sagte man auch „des Fleisch bockelt“

Boda-Deckede

Wenn in einem Behälter ist gerade so viel enthalten ist, dass der Boden  gerade noch bedeckt ist, dann ist noch eine Boda-Deckede drin

boggla

boggla ist klopfen, rumpeln, ein lautes dumpfes Geräusch

Boinerkarle

Ein Skelett wird Boinerkarle genannt. Boiner (Gebeine) ist die Mehrzahl von Knochen.

Bolla

A‘ Bolla ist grundsätzlich etwas rundes, eine unregelmäßige Kugel, meist eine Verdickung. Es gibt Dreckbolla (Erdklumpen) und Roßbolla (Pferdeäpfel), eine Beule ist auch eine Bolla (des isch jô a richtiga Bolla); eine dicke Frau kann auch eine Bolla genannt werden. Beim schwäbischen Gaigel-Spiel wird eine Farbe auch Bolla genannt.

bombera

Als Kinder haben wir auf der Straße Fußball oder Handball gespielt und ein Scheunentor als Tor benutzt. Der Oma hat das gar nicht gefallen und sie hat sich beschwert: des bombert so. Jeder Treffer auf dem Holztor hat laut gedröhnt.

Bombole

Das Wort Bonbon wird schwäbisch Bombo ausgesprochen und weil es sich um etwas kleines nettes süßes handelt, wurde es das Bombole.

Boom

A’ Boom ist ein Baum, die Mehrzahl sind Beem. Die häufigste sind Birabeem ond Epfelbeem, s’ geit aber au viel Kirschabeem ond Zwetchgabeem en Meglenga. Im Jahr 1763 wurde verordnet, dass entlang der Landstraßen Obstbäume zu setzen seien. Damit wurde der Obstbau gefördert und die Flächen an der Straße ausgenutzt. Vor allem kostete es wenig und die Leute hatten frisches Obst und Grundlagen für Most.  

bossla, rombossla Rombossla ist, kleine Arbeiten verrichten ohne dass man dies gelernt hat oder dies richtig macht. Bosselbua sagt man auch zu einem Handlanger = Hilfsarbeiter.

borzga

borzga heißt sich unruhig hin- und herbewegen, quengeln ("Borz net so rom" = sitz still ! Die Eltern hatten in früheren Zeiten weniger Zeit für ihre vielen Kinder, deshalb mussten diese parieren und sich „anständig“ verhalten.

Botte

früher spielten die Kinder ja viel mehr im Freien, Versteckspiel war sehr beliebt. Ein Kind war der Fänger/Sucher, die anderen versteckten sich in den Gassen und Winkeln der Umgebung. Die Botte war ein genau bezeichnete Stelle, z.B. eine Tür oder eine Wand. Hatte der Sucher den Peter im Versteck gesehen, rannte er zurück zur Botte, schlug dort an rief laut: „1, 2, 3 für Peter“. Wer nicht entdeckt wurde, konnte zur Botte laufen, dort anschlagen und „Botte“ rufen. Dazu gab es verschiedene Taktiken.

Botzel

Eine „Botzel“ ist ein Schwein, auch ganz neutral Sau genannt. Der schwäbische Dichter August Lämmle schrieb einst über dieses Tier in seinem Gedicht „Metzelsupp“:  „Was mr doch fer guete Sacha  Ka´aus so-ma Säule macha!   Aus sei´m Saustall hentrem Haus   Ziegt dr Bauer d Botzel raus, Packt se, daß se graozt ond quixt,  Arme Botzel, heut wurst giext! Bluat- ond Leaberwurst ond Kraut, Füllt am Märkt de Baura d Haut,   Brotes, Kotlett onterdessa, Descht schao maih a Herrafressa!   I sag soviel: Gang mr-a-weg,   So-n-a Sau verdeant Respekt!“       Ein eigenes Schwein sicherte früher oft das Überleben einer ganzen Familie. Im Herbst wurde geschlachtet und das ganze Tier verwertet. Ohne Kühltruhen wurden verschiedene Methoden genutzt, um Fleisch und Würste haltbar zu machen.

Boxgichter

Wer Boxgichter hat, hat Angst. „Gichter“ wurde in alten Kirchenbüchern oft als Todesursache eingetragen, wobei dies wohl eine Art Krämpfe gewesen sein dürften.

Brachmonat - Brachet

Brachet ist ein alter deutscher Name für den Juni, in dem die Brache bei der Dreifelderwirtschaft umgepflügt wurde.  Noch bis Mitte des 20. Jahrhunderts wurden Maikäfer nicht nur als Hühnerfutter genutzt, sondern fanden auch in der Küche Verwendung. In Frankreich und Teilen Deutschlands wurden sie geröstet und zu Maikäfersuppe verarbeitet. In Konditoreien waren sie verzuckert oder kandiert als Nachtisch zu haben. Wenn man sagt: der ka beinô nemme quaddla, so meint man dass er fast nicht mehr gehen kann, weil er sehr schlecht zu Fuß ist.

s‘brändlt

s’brändlt sagt man, wenn es nach Rauch oder nach Brand riecht.

brägla

Brägla heißt braten, schmoren, „g’bräglte Ebbira“ sind Bratkartoffeln, brägla ist auch: etwas vor sich hinkochen lassen

Bratza

Eine Bratza ist eine große, kräftige Hand. Der hat eine Bratza wia en Bär – der hat eine Hand wie eine Bärentatze.

Breckela

Breckela sind kleine Brocken, Bröckelchen.

Breschtleng

Breschtleng sind Erdbeeren  

Bria-hle

A Briahle hat den gleichen Ursprung wie Brühe. „A guats Briahle“ ist eine gute Brühe, so kann man eine kräftige Fleischbrühe nennen, einen guten Kaffe, aber auch ein gutes Seifenwasser. „A bees Briahle“ ist demgegenüber alles was schwach, verwässert, dünn oder schlecht zubereitet ist.

broat Das Wort breit wird  auf schwäbisch broat ausgesprochen.

Brommhommel

Als Brommhommel wird eine surrende Hummel bezeichnet

Brôteskachl /  Brôta-Kachl

Brôta ist der Braten und um diese Zeit natürlich der Weihnachtsbraten. Eine große, „umfangreiche“ Frau wird im schwäbischen Kachel genannt, aber auch ein großer Topf. Die Brôtakachel ist ein meist ovaler großer Kochtopf, in ihm wurde sonntags – und natürlich an Weihnachten - der Braten gegart. Sie wurde auch Brôteskachl genannt.

Bruddler

bruddeln = nörgeln, vor sich hinschimpfen, mit nichts zufrieden sein und immer das negative sehen wollen. Ein schwäbischer Bruddler schimpft (nicht nur) – er sagt eben so seine Meinung, nicht immer laut, aber jedem der es hören will.

Buck

Mit Buck wird ein Knick oder eine Falte bezeichnet. Beim Nähen wird ein umgeschlagenes Stück  Buck genannt. Vielleicht ist das Wort mit „biegen“ verwandt.

bucka

bucka bedeutet bücken. Bei der Handarbeit auf dem Acker musste man sich oft bucka. Buckla hat dann aber eine andere Bedeutung: sich vor der Obrigkeit verneigen.

Buggl

Buggl wird der Rücken genannt, aber auch ein kleiner Hügel: Des trag i‘ uff’m Buggl da Buggl nuff – Das trage ich auf dem Rücken den Berg hinauf. Ein Buggl war im Winter natürlich auch ideal zum Schlittenfahren. Ein Schnitzbuggl ist ein krummer Rücken.

Burra

A Burra ist zum einen eine Beule, eine Verletzung; zum zweiten wird so auch ein schlechter unfruchtbarer Acker, meist an einem Hang, genannt. In Möglingen gibt es natürlich keine Burra, also schlechten Ackerboden – höchstens Richtung Asperg

Büschele

Büschele ist ein Büschel, ein Bund, am häufigsten wurden so Reisigbüschel genannt. Die Mehrzahl sind Büschela. Das Reisig vom Ausschneiden der Obstbäume wurde nicht auf den Häckelplatz gefahren (so etwas gab es auch noch nicht), sondern zusammengebunden und zum Feuermachen verwendet. 

Butzele

A Butzele isch ebbes ganz arg goldig’s, oder anders ausgedrückt: etwas Kleines, Liebes Süßes, Goldiges. Meist ist es eine liebevolle Bezeichnung für ein liebes Mädchen. A’ Butzel hat eine andere Bedeutung: So wird ein Kind genannt, das sich verkleckert und verschmutzt hat – aber auch dieser Begriff wird liebevoll verwendet. Ein Butzele ist aber auch ein kleines Ferkel und ein Schwein wird auch Butzel genannt.

Buzzawaggele

Grundsätzlich ist ein Butzawaggele etwas kleines, nettes; meist ein kleines süßes Kind. Ein Butz war ein Poltergeist, der verzerrte Bewegungen und Gesten machte. Kleine Kinder bewegen sich ähnlich ungelenk.Es gibt auch noch das Butza-Mââle. A Mââle (mit weichem langen a gesprochen) ist ein Männlein. Butza-Mââle ist eine abfällige Bezeichnung für einen kleinen, mickrigen Mann.

D

d’Leit

D’Leit = die Leute, genauer die Mitmenschen in einem kleinen Ort, haben früher immer eine große Rolle im Zusammenleben gespielt. Die soziale Kontrolle, würde man heute sagen, hat meist perfekt funktioniert. Jede/r kannte jede/n und wusste vieles über sie/ihn. Es gab viele ungeschriebene Gesetze und Regelungen, an die man sich tunlichst hielt. „was saget au d’Leit, wenn …“ , war eine wichtige Entscheidungshilfe. Von meiner Großmutter habe ich diese Worte häufig gehört. „D’Leit von früher“, nämlich die Möglinger der letzten 500 Jahre, waren das Thema der Ausstellung zum Straßenfest 2002 im Rathaus.

Daischtich

ist der Dienstag - hochdeutscher wird das Wort auch „Dinschtich“ oder „Denschtich“ ausgesprochen.

dapfer

eigentlich tapfer, mutig. Im schwäbischen wird das Wort aber auch gern benutzt, um schnell, sofort oder flink auszudrücken. „mach’s dapfer“ heißt mach es sofort und schnell.

Däpper

Däpper werden bequeme Hausschlappen genannt, aber auch kleine Schritte (Däpperla), ein Dapper wird jemand genannt, der schwerfällig läuft, ein Dapper ist aber auch ein Fleck, oder ein Fingerabdruck auf einer sauber geputzten Glasscheibe.

Däpperla

Däpperla sind kleine Schritte, in dem Begriff steckt auch das Wort tappen.

Dapp-Hedschich

Ein Hedschich ist ein Handschuh. Dapphedschich sind grobe Fausthandschuhe. Früher waren die Handschuhe normalerweise aus Wolle selbst gestrickt. Sie waren zum Arbeiten im Freien aber schlecht geeignet, deshalb gab es für diesen Zweck auch grobe Arbeitshandschuhe. Sie waren aus hartem Leder zusammengenäht und man war damit recht dappich = ungeschickt.

dappich

Dappich“ ist ungeschickt, tapsig. „Stell di net so dappich a’“ heißt: Stell Dich nicht so ungeschickt an“.

Dätschada

Klatschmohn wurde immer nur Dätschada genannt. Vermutlich, weil ein „dätsch“-Geräusch (Knall) entsteht, wenn man die roten Blütenblätter zu einer kleinen Kugel zusammenfasst und gegen einen Gegenstand schlägt.

dätschich

Als dätschich wird etwas Weiches dann bezeichnet, wenn der Gegenstand eigentlich nicht weich sein soll. Ein Brötchen ist dätschich, wenn es sehr weich ist – es gibt da so Beispiele großer Fast-Food-Ketten. Weiches angefaultes Obst ist auch dätschich.

deagamäßig

Das Wort hat eine ähnliche Bedeutung wie häbich. Es wird verwendet, wenn sich jemand stark erregt hat und dann wieder zur Vernunft gekommen ist – dann ist er wieder deagamäßig: wieder normal, ruhig und umgänglich, Kinder sollten sich früher deagamäßig, also ruhig und anständig, verhalten. Das Wort kam in jeder Ermahnung vor. 

deddera

deddera heißt, sich unschlüssig zu verhalten, eine Sache nicht mit Energie und Elan zu verfolgen. Ein Dedderer ist entweder unsicher oder penibel. Auf jeden Fall ist er langsam und wird mit seiner Arbeit nicht zügig fertig.

deichsla

deichsla heißt lenken. Als die Wagen noch von Tieren gezogen wurden, hatten sie eine Deichsel, die in erster Linie zum Lenken des Wagens diente, weil das Zugtier vorn auch an der Deichsel angebunden war. Mit der Deichsel wurde gelenkt – gedeichselt.

Dengere oder a Denger

Deng ist das Ding. Dengere ist die weibliche, Denger die männliche Form des fast neutralen Schimpfwortes, da aber in jedem Fall eine gewisse Vertraulichkeit wiederspiegelt. A nette Dengere oder a netter Denger ist freundlich, liebevoll spöttisch gemeint. A wiaschte Dengere oder a grober Denger kann aber auch böse, herabwürdigend beleidigend oder bemitleidend gebraucht werden. Beim Gebrauch dieser Wörter ist die Betonung sehr wichtig – hier macht der Ton die Musik ! "Wenn Du Denger zu meiner Denge Dengere saisch, no sag i zu Deiner Denge au Dengere"

dengla

 Sensen (Segassa) oder  Sicheln werden gedengelt. Dabei wird die Schneide mit dem Dengelhammer geklopft. Dadurch wird das Material auf den vorderen Millimetern dünn getrieben und die Sense bleibt lange scharf.  Mit dem Wetzstein wird die Schneide anschließend geglättet und überall sauber geschärft. Das dengeln konnte man auch mit einem Gerät machen, das das Material vorn an der Schneide gequetscht hat. So brauchte man keinen speziellen Hammer und Amboß und fast jeder konnte dies machen.

Denn, Tenn

hochdeutsch Tenne. Hier wurde früher mit den Dreschflegeln von Hand gedroschen. Es ist der Teil der Scheuer (schwäbisch: Schuira), auf dem in die Scheuer gefahren werden kann. Der Boden besteht bei den alten Scheunen aus gestampftem Lehm.

Dergele

Mit Dergele meint man ein kleines Kind. Des isch aber a‘ netts Dergele = das ist aber ein hübsches Kind.

des denkt m’r no

Daran kann ich mich noch erinnern – an das denke ich noch

Des hemmer au schao amôl k‘hed

Das haben wir auch schon einmal gehabt

des isch ghopft wia gschbrônga

 wenn es für eine Tätigkeit oder Aufgabe mehrere gleichwertige Lösungen gibt, es also egal ist, wie man zum Ziel kommt sagt man bei uns: des isch ghopft wia gschbronga. Direkt übersetzt: das ist gehüpft oder gesprungen.

des wär net naidich gwea

„das wäre nicht nötig gewesen“. Ausdruck schwäbischer Bescheidenheit, ist nicht immer ganz wörtlich zu nehmen, denn genau dies wurde vielleicht insgeheim doch erwartet.

deswaeaga

 desweaga ist der schwäbische Ausdruck für „deshalb“, "aus diesem Grund"

Dete, Dote

Ein alter Reim zum Trösten von kleinen Kindern lautet: heul a bisle, lach a bisle, morga kommt dai Dete, er hat a Raote Wurscht em Sack on a zuckrigs Bretle“. „Dete“ ist der Tauf-Pate, „Dote“ die Tauf-Patin. Die beiden hatten lebenslang innerhalb der Verwandtschaft einen besonders wichtigen Status inne. Von ihnen erhielten die Kinder meist etwas Besonderes geschenkt. Eine rote Wurst und ein Zuckerbrot gab es nicht jeden Tag und deshalb war das schon etwas besonderes.

Dibbel

Ein Dibbel ist wieder ein abfälliges Wort und wird meist für eine (junge) Person benutzt, die nicht allzu helle ist, die man nicht alles machen lassen kann. Dibbele ist die Verniedlichung.

Dieraschnalla

A’ Dieraschnalla ist eine Türklinke. Diera ist die Tür. Der Begriff schnallen  bedeutet, mehrmals laut und kräftig die Türklinke drücken. Die Haustüren der Bauernhäuser waren noch vor 50 Jahren meist nicht abgeschlossen und hatten außen eine Türklinke zum Öffnen. Das „schnallen“ wurde meist gehört. Erst später wurden elektrische Klingeln installiert. Als Schnalla wurden auch leichtfertige Frauen bezeichnet ... - jeder durfte mal.

D'Leit ausrichta

D’ Leit – die Leute, genauer: die Mitmenschen, waren früher ein wichtiger Faktor im abwechslungsarmen dörflichen Leben. Über andere wurde schon immer gern geredet und genau das wurde mit „ausrichta“ gemeint. Natürlich wurde damals wie heute in der Abwesenheit der Person öfter schlecht als gut geredet. D’ Leit waren aber auch eine Art Kontrollinstanz für das was sich schickte und was man besser bleiben ließ. Die Gemeinschaft kontrollierte sich gegenseitig. Es wurde bemerkt und nachgefragt, wenn aus einer Familie am Sonntag niemand in der Kirche war, es wurde registriert, wenn ein Bauer früher als die anderen Kartoffeln steckte oder wenn das Gras wesentlich später gemäht wurde. Keiner wollte in der Gemeinschaft auffallen und sich ausschließen.  -  Dieses Verhalten gibt es heute in anderen Bereichen – Stichwort Werbung und Kaufverhalten – immer noch sehr ausgeprägt.

dô kommt koi Sau draus

nicht einmal eine Sau – ein kluges Schwein versteht dies. Damit kommt keine Sau zurecht – das ist unverständlich, stimmt nicht, damit kann man nicht arbeiten.

dô nuff

dô nuff  bedeutet: dort hinauf

Doag

Doag ist eigentlich der Teig, wenn man aber sagt: doagl doch net so rom, meint man, dass man eine Sache schnell und geradlinig angehen soll und nicht immer von einer Seite auf die andere wenden und immer wieder neu in die Hand nehmen.

doba

doba heißt droben/oben – dort doba isch se heißt: dort oben ist sie.

Dogga

Dogga ist eine alte Bezeichnung für Puppe. Die Mädchen durften nur an Weihnachten mit der Doggastuba spielen.

doggla

Das bevorzugte Spielzeug für Mädchen war früher eine Puppe, diese wurde als Dogga bezeichnet, der Umgang damit wurde doggla genannt.

donderschlächtig

 donderschlächtig ist eine starke Übertreibung und Steigerung einer Aussage

Donker, Duck

Donker hängt mit dem Verb „donka“ (tunken, tauchen) zusammen. Wenn man einem anderen einen Donker oder auch Duck gibt, bedeutet, dies dass man ihn gewissermaßen untertaucht, ihm einen Denkzettel verpasst oder ihm sonst zu verstehen gibt, dass man nicht einverstanden ist.

Doorschdich

Doorschdich ist die schwäbische Version des Donnerstags. Das Wort Donnerstag mit der r-s-t - Buchstabenfolge ist für einen alten Schwaben schwer auszusprechen, deshalb wird etwas moderner auch Donnerschtich gesagt.

dopf'eba Norddeutschland ist dopf’eba, also eben, flach – wie ein Topfboden.

dosa

dösen, kurz einschlafen, einen kurzen Mittagsschlaf nennt man auch dosa. „I hau net gschlôfa, i be blos a bisle ei-dost“: Ich habe nicht geschlafen, ich bin nur ein bischen eingenickt.

dr Märkt isch scho vrloffa

Wenn „dr Märkt verloffa isch“ ist nichts mehr los. Alle Marktbesucher sind weggelaufen, nicht mehr da. Man kann also kein Geschäft mehr machen, man kommt zu spät!

dradanna

dradanna heißt „dran, direkt dran, dicht dran“

Drallewatsch

Ein Drallewatsch, oder kurz: Dralle ist ein ungeschickter Mensch

dreckla

Des Kend drecklt sagt man, wenn ein Kind im Dreck spielt und dementsprechend aussieht. Als romdreckla bezeichnet man das lustlose und ziellose Arbeiten an einer Sache.

Drepfle

Drepfle  ist ein kleiner Tropfen, ein Tröpfchen. A guats Drepfle ist natürlich ein guter Tropfen Wein.

drigga

drigga ist das schwäbische Wort für drücken

drommnomm

wenn man sagt: du bisch drommnomm komma, ist gemeint: drum herum kommen, also etwas nicht machen müssen, oder es ging an dir vorbei. Das Wort ist auch ein schönes Beispiel für die schwäbische Verkürzung von Begriffen - „mir send halt sparsam mit schwätza“

dromrommschwätza

dromrommschwätza  bedeutet einfach drum herum reden. Besser ist es allemal, direkt zu sagen was man zu sagen hat.

drondernei

Das Wort drondernei wird für zwischendurch verwendet

dudla

dudla hat 2 Bedeutungen: zum einen meint man langweilige schlechte Musik und zum andern viel und langsam trinken. Kleine Kinder dudled gemütlich an der Flasche.

dupfagleich

Dupfagleich ist absolut gleich. Ein Farbtupfer gleicht dem anderen, die Gegenstände sind identisch.

Duppel

Ein Duppel ist ein herabsetzendes Wort für jemand, der das Gegenteil von clever ist. Er lässt kein Fettnäpfchen aus, ist langsam, ungeschickt und „blickt“ es nicht. Er verhält sich einfach duppelich. Bei Bekannt ist auch der Spruch: „pass uff du Duppel, dô kommt a Hubbel“

durch die Lappen gehen

Unsere früheren Landesherren, die Grafen, Herzöge und Könige, jagten bekanntlich in ihrem unserem Land sehr gern. Sie machten es sich allerdings recht bequem, denn sie ließen sich das Wild von Treibern in riesigen Treibjagden vor die Gewehre zusammentreiben. Nun musste früher zwar nicht auch schon Personal einspart werden, denn die Bauern mussten umsonst arbeiten, aber es war doch oft zweckmäßig, einige Bereiche abzusperren. Dazu wurden etwa handtuchgroße Tücher (Jagdlappen) an Leinen aufgehängt. Sie sollten das Wild an der Flucht hindern. Gelang es einem Reh oder Hirsch trotzdem über das Hindernis zu flüchten, „ging er durch die Lappen“.

durmelich

durmelich bedeutet schwindlich. Vielleicht kommt das Wort von Turm - nach dem Besteigen eines Turmes auf einer Wendeltreppe kann es einem auch schwindelig werden.

durmla

Durmla ist taumeln, schwanken, sich unsicher verhalten. Schon im Simplicissimus, dem Bericht aus dem 30 j Krieg, wird das Wort dürmeln benutzt. Wenn es einem Schwôb durmelich ist, ist es im schwindlich. Wenn man nicht mehr ganz Herr seiner Sinne ist, durmelt man durch die Straßen.

Dutt

Früher hatten fast alle Frauen lange Haare, die meist zu Zöpfen geflochten waren. Die Zöpfe wurden dann zu einem Knäuel am Hinterkopf zusammengesteckt – dem Dutt.

duuschter

Wenn man sagt, dass es duuschter ist, hat das nichts mit duschen zu tun, sondern mit düster, also dunkel und grau. Die Steigerung ist zappaduschter.

E

ebber, ebbes

ebber heißt auf schwäbisch jemand, ebbes ist etwas.  „Hat ebber ebbes gsea ?“ (Hat jemand etwas gesehen ?) fragte der schwäbische Polizist den Fremden und wundert sich dass dieser nichts sagte.

Egl'sa

Egl‘sa ist natürlich Eglosheim. Das „heim“ am Ende wird wie bei allen anderen Orten mit den Endungen „heim“ oder „ingen“ nur als kurzes weiches a gesprochen.

ehrakäsich

Ehrenkäsig – „ehrakäsich“ ist ruhmsüchtig, auf die eigene Ehre bedacht. Der ehrenkäsige Mensch achtet ständig darauf,  auch noch den kleinsten Anspruch auf Anerkennung für sich einzustecken. Er trägt seine Ruhm- und Ehrsucht so offen zur Schau, dass man sie fast riechen kann - daher die Verbindung zum früher wesentlich intensiver riechenden Käse.

ei-brockla

ei-brockla bedeutet einbrocken. Das Frühstück bestand im vorletzten Jahrhundert oft aus Brot, das in Milch eingetunkt / eingeweicht wurde. Alles wurde verwertet. Das Brot oder der Hefezopf von  der letzten Woche war zwar hart und nur mit guten Zähnen zu beißen, aber in der Suppe oder einer Schüssel Milch auch noch für junge und alte Menschen essbar. Es gibt aber auch aus-brockla: Ausgebrockelt wurden Hülsenfrüchte wie Bohnen oder Erbsen. Die Schoten wurden nach der Ernte und dem Trocknen von der Oma und  Kindern von Hand geöffnet ausgebrockelt. Zu den Erbsen sagte man deshalb auch Brockala.

ei-fuiera

Bis in die 1950er Jahre wurden hier die Häuser in Einzelöfen ausschließlich mit Holz und Kohlen geheizt. Die Woche über war nur der Herd in der Küche warm, weil man natürlich kochen musste. Vor allem Sonntags oder an sehr kalten Tagen auch täglich wurde auch im Wohnzimmer der Ofen angezündet – a-gfuiert; damit war ei-gfuiert, also geheizt. Die anderen Räume wurden durch geöffnete Türen leicht erwärmt.

ei'leaba

ei’leaba heißt einleben. Damit ist gemeint, dass man sich nach einem Umzug o. ä. am neuen Ort gut zurechtfindet, also sich eingewöhnt hat. I hao me schao guat ei‘gleabt.

Elmaaga 

Elmaaga ist Mohn. Bis ca. 1960 wurden noch auf Möglinger Äckern Elmaagâ (Ölmagen) also Mohn angebaut. Der Anbau war allerdings sehr arbeitsintensiv und der Ertrag gering. Geerntet wurden die trockenen reifen Kapseln einzeln, meist von den Kindern. Sie wurden in große, aber dichtgewebte Zwillichsäcke gesteckt, die auf keinen Fall auch nur das kleinste Loch haben durften, weil sonst der sehr kleine Mohnsamen verloren gegangen wäre. In der Ölmühle wurden die Mohnsamen gemahlen und das Öl für den eigenen Gebrauch ausgepresst.

Epfel-Butza

Apfel wird Epfel ausgesprochen und der Butza ist das, was übrig bleibt, wenn man den Apfel nicht bis zum letzten Rest isst – also das Kernhaus mit Stiel.

Epfelmihle

Apfelmühle wird als Epfelmihle ausgesprochen. Kommen sie am Sonntag zu unserem Apfelfest ins Ammertal. Dort werden die frischen reifen Äpfel mit einer Apfelmühle zerkleinert und der Saft von Hand gepresst. Sie können davon trinken soviel sie wollen.

Epfelstealershosa

In den 1930er bis Anfang der 1950er Jahre waren die Knickebockerhosen beliebt. Sie waren weit geschnitten und unten an den Hosenbeinen geschnürt, so dass man dort ohne weiteres gestohlene Äpfel verstecken konnte.

Epflmooscht 

Epflmooscht ist Apfelmost. Der vergorene Most war in früheren Zeiten ein wichtiger Bestandteil des Lebens. Zu jedem Vesper gehörte ein Glas Most, jeder hatte mindestens ein kleines Fässchen im Keller.  Durch die Kombination von verschiedenen Apfelsorten kann der Geschmack und die Farbe des Mosts beeinflusst werden. Für besondere Anlässe wurde oft ein kleines Fass von ausgewählten besonders „guten“ Äpfeln und Birnen vorgehalten. Für die Kinder wurde der süße Saft eingekocht und so haltbar in Flaschen abgefüllt.

Erbala

Die kleinen Walderdbeeren werden Erbala genannt. Sie wachsen nicht nur im oder am Wald, sondern auch oft an Heckenrändern. Bei der Heuet (Heuernte) waren sie als Erfrischung hoch willkommen.

Erdafez

Ein Erdafetz ist ein Schlitzohr, ein liederlicher Kerl, aber lieb gemeint, die Steigerung ist  Granadafetz.

Eselsbrücke

Die kleine Steinbrücke im oberen Bornraintal hinter dem Abenteuerspielplatz an der heutigen Verbindung zwischen dem Gewerbegebiet Unholder Weg nach Asperg heißt Eselsbrücke.Das Gebiet wurde bereits 1596 „Eselsfeld“, 4 Jahre später „Eselsweg“ genannt. Auffallend ist natürlich, dass die Asperger als „Esel“ als Necknamen haben und das Geiet an der Grenze zu Asperg liegt. Es liegen keine gesicherten Erkenntnisse darüber vor, wann die Brücke gebaut worden ist. Sicher ist allerdings, dass sie im Vergleich zu dem uralten Weg, der hier von Bietigheim über den Asperg nach Cannstatt und Esslingen führte, noch sehr jung ist. Dieser in früheren Jahrhunderten sehr wichtige gerade Weg in Süd-Nord-Richtung stellte über 2,5 km lang die Möglinger Gemarkungsgrenze nach Osten gegen Kornwestheim und teilweise gegen Pflugfelden dar. Die Flurstücke nordöstlich der Brücke heißen „Am Eselspfad“, die Äcker südöstlich davon hießen bereits 1595 „Acker in der Lachen“ und später einfach „bei der Lachen“ genannt. Diese Namensgebung kommt vermutlich daher, dass der Weg an der Stelle durch Wasserlachen und Sumpf  schlecht passierbar gewesen ist. Im Jahr 1989 musste die damalige Feldwegbrücke über den Bach  erneuert werden. Die solide Betonröhre wurde mit den alten Steinen, die zuvor vorsichtig abgebaut und gereinigt worden waren, wieder verblendet. So wurde die Brücke mit altem Aussehen wieder hergestellt.Etwa 100 m südlich von der Brücke beginnt dann das Gebiet „Unholder Weg“. In diesem Gebiet geschah während des 30-j. Kriegs ein Verbrechen – ob die Namensgebung daher kommt, ist nicht gesichert. Im Bereich Unholder Weg verlief der Weg bis in die 1960 - 70er Jahre in einem tiefen Einschnitt. Dieser Hohlweg wurde lange Zeit als Müllplatz genutzt, war verwildert und wurde dann aufgefüllt. Der Name Bornrain hat sich erst in relativ neuer Zeit durchgesetzt. Aus 1350 ist die Bezeichnung „An dem Bachruns“ überliefert, später hieß es „Im Barauß“, dann „Am Baraum“. 1661 nannte man es „Im Baraunß“ und später „Im Bahrein“. Von den alten Möglingern wird Bornrain als „Bah-roa“ ausgesprochen.

ES-la

ES-la sind S-förmige Guatsla (Butter-S) , Rezept: 250 g Butter, 125 g Zucker, 1 Ei, 1 Eigelb, 375 g Mehl, zum Bestreichen Eiweiß und zum Bestreuen grober Zucker. Butter tüchtig schaumig rühren, Zucker kurz mitrühren, Ei und Eigelb samt Mehr drunter mischen und die Masse kurz durchkneten. Teil ca. 30 Minuten ruhen lassen. Dann kleinfingerdicke Rollen formen, davon 8 cm lange Stücke abschneiden und als S  formen. Kühl stellen. Mit Eiweiß bestreichen und mit Hagelzucker bestreuen. Bei 200 Grad hellgelb backen.

etz

Das Wort etz steht für das hochdeutsche Wort jetzt. Der erste und letzte Buchstabe wurde einfach wegrationalisiert. Oft hört man auch: „etz sei doch net so“ – nun stell dich doch nicht so an.

F

faif

Die Zahl fünf wird faif ausgesprochen – mir Schwôba kennet fei schao lang englisch.

fatza

fatza ist reißen, abreißen, abknicken oder abbrechen. Dem Schwaben fatzt der Schnürsenkel, der Knopf an der Jacke fatzt ab, ihm fatzt der Fingernagel ab, aber auch der Kraga (Geduldsfaden); den Gummi lässt man fatza.

feetz macha

En Feetz macha heißt einen Spaß machen oder Spaß haben

felga

felga oder felgen bedeutet Unkraut hacken und den Boden auflockern. Dies war im Frühjahr und Frühsommer eine der Hauptbeschäftigungen unserer Vorfahren auf dem Acker. Jede einzelne Unkrautpflanze wurde von Hand mit der Hacke umgehackt, mehrmals musste diese Prozedur wiederholt werden, damit der Boden aufgelockert wurde und die ungeliebten „Wildkräuter“ nicht zu sehr die Überhand gewannen. Die Ackerflächen pro Bauer waren damals wesentlich kleiner und Zahl der Arbeitskräfte höher. Heute wird diese Arbeit größtenteils mit Spritzen chemisch erledigt.

Fiaß

Als Fiaß werden im schwäbischen die gesamten Beine bezeichnet, also von den Zehen bis zum Rumpf.  

firre / hentersche

 Firre gao heißt vorwärts gehen. Hentersche ist das Gegenteil, also  zurückgehen, zurückfahren. Als hentersche macha  bezeichnet man auch Stagnation, wenn z.B. ein Geschäft nicht mehr gut geht, weil sich der Besitzer den Gegebenheiten nicht angepasst hat.

firsche

mach firsche, heißt geh vorwärts, mach weiter, geh voraus, firsche ist vorne. „S’Gschäft gâht firsche“, heißt, die Arbeit geht voran, sie macht gute Fortschritte.

Firzle

A‘ Firzle ist ein kleiner Furz; eine Kleinigkeit wird oft auch so genannt.

fitza

fitza heißt, mit einer dünner Rute (Stock) leicht schlagen. Wenn einem ein Zweig ins Gesicht schlägt hat das  „g’fitzt“.

fladdiera

Wer fladdiert, macht Komplimente, schmeichelt sich ein, will sich beliebt machen. Das Wort  stammt vom franz. flatter   (schmeicheln) ab und wurde verschwäbelt.

Flädla

Flädla sind in Streifen geschnittene Pfannkuchen, bekannt sind sie durch die Flädlessuppe. Diese nennt man auch „Faule Weiber Supp“ – weil sie schnell aus Resten gemacht werden kann.

flatterhaft

Flatterhaft ist gleich unzuverlässig, vergesslich. Mädchen mit schlechtem Ruf wurden flatterhaft genannt (flattert von einem zum anderen).

Fleckabeasa

Der Flecka – Flecken ist ein Ort, ein Dorf, ein Beasa ist ein Besen.

Fledrawisch

A’ Fledrawisch ist etwas leichtes, zierliches – wie ein Staubwedel aus Federn. Im allgemeinen werden so auch zierliche, magere, dürre Mädchen genannt. Gedicht: Auf'm Wasa graset d Hasa, ond em Wasser gambet d' Fisch; liaber will i gar koi Schätzle;  als en sodda Fledrawisch.

mit Fleiß

Hier ist nicht fleißig gemeint – mir Schwôba sen jô emmer fleißich, hier werden die Worte im Sinne von absichtlich, vorsätzlich – meist in negativen Sinne verwendet:  „Des hat der Lausbua mit Fleiß he g’macht“ – das hat der Lausbub absichtlich kaputt gemacht. Des hao i’ mit Fleiß so langsam g’macht zom dean ärgera“ – ich habe absichtlich langsam gearbeitet, um ihn zu ärgern.

Flooz

Flooz ist ein Wort das man benutzt, um Geringschätzigkeit auszudrücken. Des isch doch an Flooz -> das ist doch nichts wert, nichts schönes, nex reachts (nichts richtiges/wichtiges).

Fonzel

A Fonzel ist eine Funzel oder Laterne und zwar eine schlecht brennende Lampe, die mehr raucht als leuchtet. Eine schwache elektrische Glühbirne ist ebenfalls eine Fonzel. Aber auch Menschen werden so bezeichnet: A triabe (trübe) Fonzel oder eine Tranfonzel ist eine Person, die langsam, schwerfällig und schwer von Begriff ist.

Freidich

Der Wochentag Freitag wird als Freidich ausgesprochen.

fremdla

fremdla bedeutet vor etwas unbekanntem, fremden Angst haben, zurückhaltend sein. Hauptsächlich über kleine Kinder sagt man, dass sie fremdlet.

fuasla

A’ Schwab unterscheidet net zwischa Bein und Fuß – von oba bis unta gehört alles zum  "Fuas" . Zum einen heißt fuasla schnell laufen oder rennen – „on wia der gfuaslt isch“ -  "der ka aber schnell fuasla" ist anerkennend und lobend gemeint. Zum anderen kann es aber auch bedeuten mit den Füßen Kontakt zum gegenüber - meist zum anderen Geschlecht- zu suchen.

Fuaßnet und Kopfnet

D’Fuaßnet ist das Fußende des Bettes, des Sofas oder der Couch. Ein Fuaßnet-Kaschda ist eine Truhe am unteren Ende des Bettes. D’ Kopfnet ist eben der obere (Kopf-) Teil des Bettes

fuggera

fuggera ist handeln, verhandeln, um den Preis schachern -  gründet sich auf die reichen Augsburger Händler Fugger, die ihrem Handel zu den reichsten Personen ihrer Zeit geworden waren.

G

G’heg-Roa

Das Wort habe ich so geschrieben, wie es ausgesprochen wird. Ins Hochdeutsche übersetzt würde man es Gehegrain nennen. Damit ist ein Teil der Möglinger Markung benannt, der sich heute südlich der L 1140 (Umgehungsstraße) etwa auf Höhe des Schützenhauses befindet. In der Zeit Herzogs Eberhard Ludwig wurden nach 1700 auf der Markung mehrere „Gehege“ angelegt, in denen sich das Wild ungestört vermehren konnte. Der Landesherr wollte ja jagen. Zum Schutz des Wilds und der Gehege wurde ein herzoglicher „Gehegreuter“ (heute würde man ihn Wildhüter nennen) beschäftigt. Dieser wohnte recht gut in einem großen Haus an der Stammheimer Straße (heute: Autohaus FORD-Schröder). G’heg ist also das Gehege und Roa ist der Rain, also ein steiler, meist grasbewachsener Knick im Gelände.

Gäbela haben

A’ Gäbele ist eine kleine Gabel, Gäbela ist die Mehrzahl. Gäbela miteinander haben bedeutet streiten, Streit haben. Evtl. wurde in früheren Zeiten der Streit mit Gabeln ausgetragen? Gabeln waren ein wichtiges Werkzeug zum Aufladen von fast allen Erzeugnissen. Je nach Einsatzzweck gibt es Heugabeln, Mistgabeln, Rübengabeln, Kartoffelgabeln und die normalen 3-zinkigen Gabeln.   Möglicherweise wurden früher Streitigkeiten mit Hilfe von Gabeln (Heu- oder Mistgabeln) ausgetragen.

Gäder

Handgelenk, Gäderstützle = Pulswärmer

gäga

gäga heißt kippen, schräg stellen, schief stehen. „Gäg’ dr’ Krug net so arg, sonscht lauft’dr Moscht aus“ bedeutet so viel wie: halt den Krug gerade, sonst verschüttest du den Most.

galabrisch

galabrisch machen bedeutet, einen heftig ärgern. „Mach mi net galabrisch“ – reg mich nicht auf, ärgere mich nicht bis zur Weißglut

gang ane

Wenn man sagt „gang ane“ ist gemeint: geh weiter, geh deines Weges, aber auch: s’ gôht so ane – langsam aber sicher. Der Kundige erkennt an der Betonung der Worte, wie sie gemeint sind

gang aweg

gang-aweg ist eine abweisende Redensart und heißt geh weg – unwirsch gemeint, unfreundlich, abweisend, kurz angebunden

Gaude

Gaude ist Freude, Spaß, Vergnügen, a Gaude hau  = Spaß haben, das bayerische Wort Gaudi ist evtl. bekannter.

gaugelich

Gaugla heißt schwanken, wackeln, unsicher aussehen. Wenn ein Stapel von Gegenständen gaugelig ist, ist er schlecht aufgesetzt, er schwankt, wackelt und ist unsicher. Es besteht eine Wortverwandtschaft mit dem Gaukler, der ja auch durch seine schwankenden und unsicheren Bewegungen die Menschen unterhält.

gautscha

Gautscha ist die Schaukel, gautschen heißt schaukeln, wackeln. Kinder gautschen auf einer Schaukel, aber auch mit dem Stuhl kippen ist gautschen. Ein hochbeladener Erntewagen hat auf dem schlechten Feldweg ebenfalls bedenklich gegautscht. Drucker und Setzer erhalten immer noch nach Abschluss der Lehre einen Gautschbrief, nachdem sie im Wasser „gegautscht“ worden sind.

geal

Zur Farbe gelb sagt man hier geal.

Geal-riaba

Gealriaba sind „Gelbe Rüben“, also Karotten. Nach der Ernte im Herbst wurden sie im Keller in einer trockenen Ecke in Sand eingegraben und blieben dann bis zum Frühjahr frisch. Sie waren in der Soße des Sonntagsbratens immer enthalten.

Geckler

Ein Geckler fehlte auf keinem Bauernhof, er ist wird heute auch Hahn oder Gockel genannt. Ein Geck benimmt sich auch wie ein stolzer Hahn

Geesdreckread’r

Geesdreck= Gänsedreck, reada = sieben, eigentlich: etwas unsinniges machen, weil die Hinterlassenschaften der Gänse bereits sehr feinkörnig sind. A Geesdreckread’r streitet um Kleinigkeiten, sucht nach noch so kleinen Anlässen und streitet um des Streitens willen.

Wer net will, hat g’het 

wer net will, hat g’het heißt so viel wie: wer etwas nicht günstig oder umsonst haben will, hat es schon. Für einen richtigen Schwôb gibt es für eine Ablehnung gar keine andere Erklärung, denn man kann alles brauchen. Dies ist einer der kurzen aber sehr treffenden Sprüche, von denen es im Schwäbischen sehr viele gibt. Die Aussage wird auf das Nötigste reduziert aber genau auf den Punkt gebracht.

Gega-Schwieger

Die Gega-Schwieger sind die Schwiegereltern des eigenen Kindes, also ggfls. das andere Großelternpaar der Enkel.

Geißhirtla

Geishirtla/Goashirtla sind eine alte Birnensorte. Sie wurden oft als Spalierobst angebaut und sind frühreife, süße Früchte.

ge-joomer 

Ge-Joomer ist Gejammer, joomera = jammern, etzt hair mir deam Gejomer uff  =  hör mit dem Gejammer auf.

Gelda, Gealda

A Gealda ist eine große Schüssel, meist aus Blech ( Waschschüssel, Spülschüssel, Backschüssel) , aber auch ein großer Schöpflöffel.

Gfräs

 Als Gfräs wird etwas minderwertiges bezeichnet- das kann sich auf Sachen, aber auch als abfällige Bezeichnung auf Personen beziehen

Hasch des schao g‘hairt Hast du das schon gehört.

gilfa

gilfa können nur Mädchen und Frauen oder kleine Kinder. Mit dem Wort werden hohe (Miss-) Töne beim Singen oder Schreien bezeichnet. Des duat en de Oora wai – das tut in den Ohren weh.

glatt

Glatt sagen die Schwaben nicht nur wenn es eisglatt und rutschig ist. „Des isch aber glatt“  bedeutet komisch, originell, überraschend, witzig. Die Steigerung ist gottesglatt. Das Wort wird aber auch zur Verstärkung einer Aussage gebraucht. Wenn man sagt „jetzt hau i des doch glatt vergessa“ drückt man aus, dass man sich darüber ärgert, dass man etwas vergessen hat.

Gleandr

A‘ Gleandr ist ein Geländer

Glomb

Glomb sagt man zu allen unnützen alten Sachen. Was unnütz und minderwertig ist, ist aber Ansichtssache. Der eine wirft es im Überfluss weg, ein anderer hat durchaus noch Verwendung dafür und kann sich daran freuen.

Glotzerla

die Blumen Stiefmütterchen heißen auf schwäbisch Glotzerla, Einzahl Glotzerle. Vermutlich erinnern die Blüten an große Augen, denn diese wurden auch Glotzer genannt.

Glubberte

A‘ Glubberte ist eine große Traube von Früchten, die auf einem Baum oder Strauch wachsen.

glubergla

die letzten, einzeln hängenden Äpfel, Birnen oder Kirschen auf dem Baum klubergelt. Verderben darf beim Schwaben bekanntlich nichts, also wurden sehr sorgfältig auch die letzten Früchte gepflückt und aufgelesen.                        

Glucksere 

Eine Glucksere ist ein brütendes Huhn – eine Glucke. Sie gibt andere, glucksende Laute von sich und gackert nicht so wie andere Hühner. Auf Menschen übertragen ist eine Glucksere eine Frau, die ihre Kinder immer um sich schart und vor allem gefährlichen beschützen will.

Gluf

Das Wort hat 2 Bedeutungen: 1. Gluf/Glufe ist eine alte Bezeichnung für eine Stecknadel/Sicherheitsnadel, 2. ein Glufa-Michel ist ein nörglerischer Mensch der nicht mit anderen auskommt und sich vielleicht auch selbst nicht leiden kann

glüschtelich 

glüschtelich ist lüstern im Sinne von mir verlangt nach …, gemeint ist aber hier weniger „die“ Lust, sondern eher das Verlangen nach essen und trinken .

Gneisle

Ein Gneisle ist der Anschnitt vom Brot. Früher wurde das eigene Mehl mit einem Sauerteig zum Bäcker gebracht und der hat das Brot gebacken. Meistens mussten es die Kinder mit einem Handwagen dann am nächsten Tag abholen. Die Brotlaibe berührten sich meist beim Backen und deshalb waren sie nicht rundherum geschlossen. An den offenen Berührungsstellen konnte man herrlich „grubeln“, d.h. frisches Brot abbrechen und es etwas aushöhlen.

Göppel

Zu einem alten Fahrrad oder Auto sagt man oft, dass das ein alter Göppel sei. Ein Göppel war vor der Erfindung von Kraftmaschinen die Kraftquelle für die ersten  Maschinen. Ein Pferd oder ein Ochse musste immer im Kreis gehen und mit einem angehängten waagrechten Balken über Zahnräder oder Riemen eine Maschine antreiben. Mit der Erfindung von Motoren wurden die Göppel überflüssig – deshalb alter Göppel.

Goscha 

Die Goscha ist der Mund. Der bekannteste und häufigste Ausdruck ist:  Du kriagsch glei a’ bar an d’ Goscha na. Damit wird eine Ohrfeige angedroht. Wer viel redet „ka D’ Gosch’ net halda“.

gotzich

Wenn ein Schwabe sagt: „koi gotziger isch dô gwea“, meint er, dass niemand da war – nicht ein einziger! Das Wort wird als Verstärkung für „einzeln“ gebraucht. Oi gotzig’s Bleamle – gerade mal ein einziges Blümchen.

granadamäßich

Mit dem Wort steigert man die Bedeutung einer Aussage eines  Wortes sehr stark, das Adjektiv wird bekräftigt.

graoza

Wenn eine Tür graozt, knarrt sie. Gemeint sind hier aber nur die tiefen Töne. Das hohe quietschen heißt grillen

grätich

Wenn jemand grätich ist, ist er schlecht aufgelegt, brummig, fühlt sich nicht wohl und geht seinen Mitmenschen auf die Nerven.

grea

die Farbe grün heißt auf schwäbisch grea. „Des isch a greaner Boom on a gre-âs Auto“ heißt nichts anderes als: dies ist ein grüner Baum und ein grünes Auto.

Griffelschpitzer

Ein Griffelschpitzer will immer alles ganz genau machen. Das ist ja vom Grundsatz her richtig, aber wenn dies ohne die auch erforderliche breite Übersicht getan wird, nur um irgendwelche Vorschriften zu erfüllen, kann es für andere lästig werden.  Er ist ein Pedant. Dann gibt es noch den Gegenstand Griffelspitzer analog zum Bleistiftspitzer. Mit einem Griffel lernten die Kinder noch in den 1950er Jahren in der ersten Klasse das Schreiben auf der Schiefertafel. 

grilla

Grilla ist ein hoher Ton:  quieken, quietschen, oft von Frauen oder Mädchen, auch überhohe/falsche Töne beim Singen werden als grilla gezeichnet.

Grubber

Ein Grupper ist ein Mensch, der sehr viel, aber nicht unbedingt auch sauber arbeitet. In der Landwirtschaft ist ein Grubber ein Anbaugerät, das den Boden nur aufreißt, aber nicht wendet (Gegensatz zum Pflug)

grubla, gruppa

„grubla“ ist am besten mit herumstochern zu übersetzen. Die geläufigste Bezeichnung ist „in der Nase „grubla“, also mit dem Finger in der Nase oder im Knäusle (Brot) grubla  - bohren.

 „Grubla“ ist aber auch das vorsichtige Graben in der Erde nach einem kleinen oder zerbrechlichen Gegenstand, auch das lustlose Arbeiten. „Grubla“ wird immer abfällig gebraucht, weil wir Schwaben lieber „gruppet“. „Gruppa“ ist nämlich schwer schaffa, klotzen.

gruha, ausgruha

ausgruha ist die verkürzte Form von  ausruhen. Den gleichen Wortursprung haben auch die „Gruhen“, das sind Steinbänke, die zum Ausruhen und zum Abstellen von schweren Traglasten dienten. Früher waren viele auf  der Markung an den Hauptwegen verteilt. Heute gibt es nur noch eine an der Markgröninger Straße am Ortsausgang. Sie wurde im Jahr 2000 mit einer Hinweistafel wieder aufgestellt, nachdem sie 1970 bei einem Unfall beschädigt worden war und der große waagrechte Stein von Adolf Seybold gerettet worden war. Adolf Seybold schrieb zu den Möglinger Gruhen:  „Es gab in Möglingen zu Beginn dieses Jahrhunderts noch 7 Gruhen, Es steht heute keine mehr. Sie sind alle, soweit wir uns erinnern können, in den letzten fünfzig Jahren abgegangen. Ob es vor der ersten Flurbereinigung um die Jahrhundertwende noch mehr gab ist nicht bekannt. Vielfach waren sie an Wegbiegungen aufgestellt, so am Stammheimer Weg / Westheimer Weg. Im örtlichen Volksmund wurden die Gruhen allgemein 'Grugstatt" genannt, wobei an den Anfang des Wortes - wenn man besonders auf die Betonung achtet - ein hartes "K' gesetzt werden könnte.Über Begebenheiten oder sagenhafte Geschichten gibt es weder mündlich Überliefertes, noch ist in irgendwelchen Protokollen etwas zu lesen. Ebenfalls ist nichts zu finden, wann sie aufgestellt wurden. Hier noch einige Aussprüche in schwäbisch, die an diesen Gruhen des öfteren zu hören waren: "dean'r gruha"? oder " i muaß g'schwend a bißle ausgruhga".  Die noch erhaltenen Gruhen in unserem Land sind Denkmale einer Zeit, in der alles mit Körperkraft bewegt und vieles von Menschen getragen wurde, weil sich viele nicht einmal ein Zugtier oder einen Wagen leisten konnten.

Gsälz

Gsälz ist das schwäbische Wort für Marmelade

Gsälzbär

Gsälz ist das schwäbische Wort für Marmelade, ein Gsälzbär ist jemand der gern Marmelade isst. Vor allem wird der Begriff aber gebraucht als liebevolle Bezeichnung für einen Dummkopf

Gsch i i ss  (machen)

„A’ Mordsgschiiss om ebbes rom macha“ bedeutet soviel wie „Ein gewaltiges Getue um etwas vollführen, oder auch unnötige Umstände machen“ 

Gscheidle

A Gscheidle ist jemand, der sich selber für sehr klug hält (Neunmalkluger); die Steigerung ist Obergscheidle. Das Wort kann aber auch anerkennend gemeint sein, der Unterschied ergibt sich aus dem Zusammenhang und der Betonung. „Der isch scho a Gscheidle“ ist meist positiv, „so a Gscheidle“ wird meist negativ benutzt.

gschirra

Mit deam kaasch gschirra – mit dem kann man was anfangen, arbeiten, der ist umgänglich, der ist in Ordnung

Gschmäckle

Des hat a‘ Gschmäckle – es besteht der Verdacht, dass hier nicht alles ordnungsgemäß zugeht.

gschuggt

"der hat mi gschuggt" hat wohl schon jedes schwäbische Kind empört gerufen und damit gemeint, dass er von einem anderen geschubst oder gestoßen worden ist. Deshalb ist das Kind aber noch lange nicht "gschuggt",  denn wer gschuggt ist, hat eine kleine Macke, oder verhält sich nicht "normal" (wie alle anderen ?! ). Er wird aber in der Regel akzeptiert.

gschwend

Das Wort gschwend wird häufig verwendet, es ist mit geschwind, schnell, kurz, vergleichbar. Mach des amol gschwend, könntsch gschwend des macha.

Gschwischtrichs Kender

Gschwischtrich sind Geschwister, Kender sind Kinder, Gschwischtrichs Kender sind also die Kinder der Geschwister, folglich Nichten und Neffen. Diese Begriffe gibt es im Schwäbischen aber nicht.  Dafür gibt es noch „Gschwischtrichs Kends Kender“, … - diesen Begriff brauche ich aber jetzt nicht mehr erläutern.

Gsoggs

Gsoggs ist ein abwertender Begriff für andere Personen. Eventuell kommt er aus dem 30 jährigen Krieg und wurde dort für die gefürchteten Kosaken verwendet.

Guatsla

Guatsla sind etwas Gutes, nämlich Weihnachtsgebäck. Es ist ein Sammelbegriff für: Plätzla, Ausstecherla, Zemtstern, Es-la, Lebkuacha, Sprengerla, Spitzbuaba und wie sie alle heißen. So feines Gebäck gab es nur an Weihnachten und Ostern und war schon deshalb etwas Besonderes.

Gugga

Tüte, ursprünglich aus Papier, es gibt aber natürlich auch „Plastik-Gugga“. „Gickle“ dagegen ist eine kleine Tüte.

Gugommer

Eine Gugommer ist die Gurke, stammt wieder aus dem französischen (concombre = Gurke)

des be i net gwea

Des be i net gwea heißt: „Das war ich nicht“. (das bin ich nicht gewesen)  Die zusammengesetzte Form der Vergangenheit ist im Schwäbischen die Regelform der Vergangenheit. Sie ersetzt auch vollständig die einfache Vergangenheit (Präteritum); letztere gibt es im Schwäbischen nicht.

gwea

gwea entspricht gewesen. Im schwäbischen Dialekt gibt es ja die Zeitform des Imperfekt (das war) nicht. Wenn etwas getan ist, ist das Perfekt und erledigt  (das ist gewesendes isch gwea / ich habe gearbeitet - i‘ hau gschafft).

Gwenn

Gwenn heißt auf hochdeutsch Gewann und bezeichnet einen bestimmten Teil einer Markung. Noch vor der letzten Flurbereinigung in den 1960er Jahren hatten die Bauern sehr viele, aber kleine Äcker, die auf der gesamten Markung verteilt waren. Für die Zuordnung des Ackers hatte man deshalb viele Bezeichnungen, Flurnamen. So wusste jeder gleich, wo z.B. die Äcker im „Zwerwegle“ waren. Auf der Homepage des Heimatvereins sind alle alten Flurnamen mit Lage und soweit bekannt ihre Herkunft und Bedeutung aufgeführt.

H

Haadhebetse

Eine Haadhebetse (gesprochen) ist eine Hand-Hebetse,  ein Griff, um sich mit der Hand festzuhalten. Heba / heben wird auch im Sinne von festhalten benutzt. Heb de, nô fall’sch net na.

Habergoiß

Habergoiß ist ein verächtliches Wort für „dürres Weib“ . Das Wort ist eigentlich ein Widerspruch in sich. Eine Goiß (Geiß, Ziege), die mit Haber (Hafer) gefüttert wird, müsste eigentlich gut im Futter stehen.

Haberrecha

Ein Haberrecha ist eine Sense mit einem Aufsatzrahmen. Beim Mähen des Getreides konnten so die langen Ähren gleichmäßig in einem Schwung mitgenommen und abgelegt werden. Sie konnten dann leichter aufgenommen und zu Garben zusammengebunden werden.

häbich

häbich“ bedeutet anständig sein, gehorchen, sich so zu verhalten wie es erwartet wird. „wenn jetzt net häich bisch, no griagsch a paar ens Gnick“ oder: wenn du Dich jetzt nicht anständig verhältst, bekommst Du eine Ohrfeige. Kinder waren häbich, wenn sie gehorcht haben

Häckerleng

Häckerleng haben nichts mit dem Familiennamen Häcker zu tun, eher mit häckseln, also kleinschneiden. Häckerleng ist mit dem Häcksler klein geschnittenes Heu. Es wurde im Winter mit gemahlenen Rüben als Viehfutter gegeben.

Häddele

A „Häddele“ ist zierlich,  zu klein, untergewichtig, schwach. Das Wort kann für Menschen und Tiefe verwendet werden und ist meist auch leicht verächtlich gemeint, weil aus einem „Häddele“ nichts werden kann.

Haderlomp

Hadern ist ein altes Wort für Lumpen, alte Kleider, a Lompa ist ein Lumpen, also ein alter (Putz)-Lappen. Haderlomp ist also doppelt gemoppelt und bedeutet etwa Putzlappen aus altem Stoff. A Lomp ist aber auch ein schlechter Mensch. Haderlomp ist ein ganz schlechter Mensch. Lompafetz ist die etwas abgemilderte Form, die noch mit einem kleinen Lächeln gebraucht wird. 

Haebtl'es Salat

Der Haebtles-Salat ist der Kopfsalat. Haebtle = kleines Haupt, kleiner Kopf.

Hafa

A’ Hafa ist ein Hafen, Topf, aber auch ein großer runder Behälter aus gebranntem Lehm oder Ton. Kochhafa ist der Kochtopf. Kleinere Gefäße sind Häfela. Der Nachttopf ist ein besonderes Häfele, auch wenn er groß ist. Der Name Hafner ist ein Berufsname – Hafenmacher. A’ Hafakäs ist etwas unsinniges, unnötiges.

Hägamark

Hägamark ist Hagenbuttenmarmelade. Die gesunden Vitaminspender waren für den Winter sehr begehrt.

hagebieche

„hagebieche“ ist jemand, der so knorrig und hart ist, wie das Holz der Hagebuche.

Häggmägg

Mach koin Häggmäck heißt: mach keinen Blödsinn

hägmäck 

hägmäck nennt man ein Durcheinander, Chaos, Blödsinn. Wer a’ hägmäck macht, macht nichts Rechtes, Gutes, Schönes – dies ist eine abfällige Bemerkung.

Haile, Haua

Ein „Haile“ ist eine kleine Hacke, die hauptsächlich zum Unkraut hacken und zur oberflächlichen Bodenauflockerung verwendet wurde / wird. Eine „Haue“ ist größer, breiter, schwerer, diente aber dem gleichen Zweck.

Haipfel

Kopfkissen in der Größe 100 x 80 cm, das immer sehr sauber aufgeschüttelt und glattgestrichen werden musste. Darauf wurde das prallgefüllte Paradekissen (80 x 80 cm) gesetzt.

haira

haira bedeutet ganz einfach hören, die Ohren sind die Aora.

hälenga

hälenga“  bedeutet hintenrum, nicht offen, versteckt, unehrlich, an anderen vorbei.

Hamballe 

Wenn ein Schwabe sagt, dass ein anderer a’ Hamballe sei, dann ist das bestimmt kein Lob. A’ Hamballe macht vieles falsch, er wird nicht ernt genommen; Tölpel ist vielleicht der treffendste hochdeutsche Ausdruck. Hampelmann ist ein verwandtes Wort, ein Clown war früher auch ein Hamballe.

Handhebete

Handhebete ist ein anderes Wort für Griff. Eine Kiste hat keinen Griff, sondern eine Handhebete, also ein Teil, mit dem man mit der Hand die Kiste fassen (heben) kann.

Hätza

Eine Elster wird, zumindest in Möglingen,  als Hätza bezeichnet. Diese Rabenvögel sind sehr anpassungsfähig und vertreiben gerne andere Vögel – vielleicht werden sie so genannt, weil sie andere Vögel hetzen ? Sie gelten als Nestplünderer und Vogelmörder. Auch sollen sie diebisch sein, und geschwätzig. Gleichzeitig sagt man ihnen aber auch nach, klug zu sein.

haufa gnuag

Wenn von irgendetwas haufenweise und genügend vorhanden ist, ist es haufa gnuag. Meist wird das Wort auch benutzt, wenn zuviel da ist und nichts mehr zusätzlich gebraucht wird

Hauliachtle

A Hauliachtle ist ein kleines Fenster im Erdgeschoss oder Keller. Glas war früher teuer, die Kälteisolierung sehr schlecht. Deshalb waren in früheren Zeiten die Fenster nur so groß wie unbedingt nötig. Im Erdgeschoss der Bauernhäuser waren meist der Pferde- und Kuhstall und andere Nebenräume. Hier war nicht so viel Licht erforderlich, deshalb waren die Fenster relativ klein.

Haus-Airn 

Aus Kreuzworträtseln ist vielen der fränkische Hausflur mit den 3 Buchstaben, der - Ern – bekannt. Diesen Begriff gibt es auch im Schwäbischen, allerdings nicht als einzelnes Wort sondern wird als Haus-Airn ausgesprochen. Damit ist hauptsächlich der Flur im Erdgeschoss von Bauernhäusern gemeint, in dem sich vor 100 Jahren oft allerlei Kleinvieh aufgehalten hat und der auch vielen anderen Zwecken gedient hat.

Hauzich

Eine Hochzeit wird bei uns Hauzich genannt. In einem kleinen Dorf kannte ja jeder jeden und fast alle waren irgendwie über einige Generationen miteinander verwandt. Deshalb war eine Hauzich jedes mal ein großes Fest – wenn es die jeweiligen wirtschaftlichen Verhältnisse zuließen!

he, henich

der Begriff „he“ bedeutet so viel wie kaputt, aber auch tot. „Dui Maschena isch he“ heißt, dass diese Maschine kaputt ist. „Henich“ wird als Eigenschaftswort benutzt: des heniche Glomb = das kaputte Gerümpel. „Mach des net hee, des derfsch net hee macha“  heißt nichts anderes als „mach das nicht kaputt, du darfst es nicht zerstören“

Heale 

Heale ist direkt übersetzt ein Hühnchen, Hean’r sind Hühner, a’ Hoa'r (schwierig zu schreiben) ist ein Huhn. A’ Heale ist aber auch ein unsicheres Mädchen oder eine Frau, die sich nichts zutraut oder der man nichts zutraut,  die sich nicht entscheiden oder durchsetzen kann. Sie wird nicht für voll genommen.

heba

Heben aber auch halten. So, des hebt, sagt man, wenn etwas genagelt oder geleimt wurde. Heben bedeutet hier also zusammenhalten. Ebbes (etwas) aufheba  wird wie das hochdeutsche aufheben gebraucht. Wenn gesagt wird: heb des amol, wird man gebeten den Gegenstand kurz zu halten. Wenn man lautes  Rufen hört: hebet’en, hebet’en , dann soll man jemand festhalten, der gerade flüchtet.

Hechelmacher

Bis vor ca. 100 Jahren wurde Flachs angebaut. Dieser musste gehechelt, also zerfasert, werden. Das geschah in der Weise, man eine Partie Flachs (eine Riste) fasst, um die Hand schlingt, mit der andern Hand die freiliegende Partie gleichmäßig ausbreitet, in die Nadeln der Hechel einschlägt und durch diese hindurch zieht. Wer nicht aufpasst, schlägt mit der Hand auf die Nadeln. Deshalb der Spruch: "da musch aufpassa, wie an Hechelmacher"

Hederich

Der Hederich ist eine Pflanze aus der Familie der Kreuzblütengewächse und auf unseren Äckern ein ungern gesehenes „Unkraut“. Die gelben Blüten kann man heute  hauptsächlich im Frühjahr an den Randstreifen sehen. Früher mussten die Pflanzen mit Hacke und durch Ausrupfen bekämpft werden, heute gibt es chemische Spitzmittel.

Hedschich

 Ein Handschuh wird Hedschich genannt. Hedschich waren bis in die 1950er Jahre hauptsächlich aus Wolle selbst gestrickt. Teuere Lederhandschuhe konnte man sich nicht leisten. Die einzige Ausnahme waren so genannte Dapphedschich, das waren grobe Fausthandschuhe aus Leder für wirklich grobe Arbeiten mit kantigen oder sehr rauen Gegenständen

Heida-Gschäft A‘ Heida-Gschäft ist eine schwere Arbeit
heida'nei Heida‘nei ist ein überraschender Ausruf – heidanei, des hasch aber guat gmacht = Toll, das hast du sehr gut gemacht. Mit dem Wort kann man aber auch seine Verärgerung oder Enttäuschung ausdrücken – es kommt immer auf die Betonung an

Heitza

A Heitza ist ein ca. 2 m hohes drei- oder vierbeiniges Holzgestell  zum Trocknen des Heu’s direkt auf dem Acker oder der Wiese. So sparte man einerseits Zeit, weil man nicht aufladen, heimfahren und abladen musste, zum Zweiten musste das Heu auch noch nicht ganz trocken sein. Wenn das Heu richtig aufgesetzt wurde, blieb es innen auch bei Regen trocken. Häufig wurde der Klee auf  Heitzen gesetzt.

Hemmed 

Hemmed ist ganz einfach das Hemd. Dazu gehören der Hemmedzipfel,  oder das Naachthemmed. T-Shirt, Sweetshirt gab es früher nicht. Als Hemmed wird aber auch ein schwächlicher, evtl. abgemagerter Mann bezeichnet

hentersche

hentersche heißt rückwärts gehen oder fahren, aber auch Bewegung im übertragenen Sinne. „Hentersche machen“ bedeutet sich schlechter stellen, weniger Erfolg haben. „Hentersche-für“ steht für umständlich.

hepfelich

In hepfelich steckt hüpfen. Hepfelich ist jemand, der nervös, aufgeregt ist und immer von einem auf den anderen Fuß treppelt.

hirchla

Hirchla bedeutet röcheln, deutliches rasselndes Atmen (schnaufen) wie bei einer schweren Erkältung oder Lungenentzündung

Hôba

„A’ Hôba“ ist ursprünglich ein zur Spitze hin gekrümmtes Messer mit einem Holzgriff, das von den  Winzern benutzt wurde, um die Reben auszuschneiden. Bis in die 30er Jahre gab es in Möglingen  viele Weinberge (Wengert) und auch noch eine Kelter. Die Hôba wurden natürlich nicht weggeworfen, als es keine Wengert mehr gab, sie wurden für die unterschiedlichsten Arbeiten weiterbenutzt. Ich kann mich erinnern, dass auf der Dreschmaschine die Schnur der Garben immer nur mit einer alten Hôba aufgeschnitten wurde. Eine Sonderform war die Holzhôba. Sie kann man sich wie ein verstärktes Fleischerbeil vorstellen und diente zum kleinhacken des Reisigs. Zum Dritten waren früher alle Möglinger Hôba. Hôba war nämlich der „Neckname“ der Möglinger in der Umgebung. Die Markgröninger wurden z.B. „Zigeuner“ genannt, die Asperger „Esel“ usw.

Holderbusch

Holunder (Sambucus nigra) heißt bei uns Holder, auch Holler, all seine Pflanzenteile sind roh und unverarbeitet giftig.  Einen Holunder ans Haus zu pflanzen war in früheren Zeiten selbstverständlich, denn die in ihm wohnenden freundlichen Hausgeister sollten dem Volksglauben nach schwarze Magie und Hexen fernhalten und vor Feuer und Blitzschlag schützen. Der „Holderbusch“ oder „Holler“ war schon den Kelten und Germanen in Europa bekannt. Der althochdeutsche Begriff „Holuntar „ bedeutet nämlich nichts anderes, als „Baum der Frau Holle“. Denn anders, als man meinen mag, gibt es die „Frau Holle“ gar nicht erst seit Grimms Märchen, vielmehr ist Frau Holle oder Holda eine Göttin der Germanen. Dazu ein Kinderreim: Ringel, Ringel, Reihe, wir sind der Kinder dreie, wir sitzen unter'm Holderbusch und machen alle husch, husch, husch.

Hommeleskopf

A’ Hommel ist ein Jungstier, ein Hommele ein männliches Kalb. Hommel haben sehr oft einen großen breiten Schädel. Wenn die Köpfe denen der Hommel ähneln, werden sie eben so genannt.

Hondsdadde

Ein Hondsdadde ist ein Hundeliebhaber, Hundenarr

Hopfasitz

Ein unruhiges Kind wird Hopfasitz genannt, es hüpft auf dem Platz (Sitz) ohne Ruhe herum;  auch ein kleines, zierliches Kind wird so benannt.

hornissla

Im Winter hatten die Kinder der Bauern mehr Freizeit als in den anderen Jahreszeiten, in denen sie auf dem Acker helfen mussten. Deshalb waren sie auch möglichst oft und lange draußen. Das häufigste Wintervergnügen war das Schlittenfahren. Die Handschuhe waren bestenfalls aus Wolle gestrickt und hielten die Hände nicht sehr warm. Wenn man dann mit halb erfrorenen Fingern oder Zehen in die warme Stube kam, begannen sie zu hornisseln = schmerzhaft zu kribbeln.

Hosa-Lada

Der Hosa-Lada ist der Hosenladen, der Hosenschlitz

Huaschda

Huaschda ist nichts anderes wie Husten. Das "st" wird fast immer als "sch" gesprochen.

Huatsempl

A‘ Huatsempl ist ein einfältiger Mensch, der immer wieder die gleichen Fehler macht. Sempl kommt von simpel, also einfach

Hubbel  

ein Hubbel ist jede Unebenheit, Anhöhe, kleiner Berg, aber auch kleine Erhebung auf der Haut (großer Pickel) oder eine Beule. Dazu gibt es auch eine Redensart: „pass’ uff du Dubbel, dô kommt a Hubbel“ – hier waren vor allem Radfahrer in unebenem Gelände gemeint.

hudla

hudla heißt, etwas schnell, aber nicht sauber und genau arbeiten. Wer hudlt, schafft oft net genau und macht leicht Fehler.

hurgla

 hurgla ist rollen, wälzen. A Schwôb rollt nicht einen Abhang hinunter, er hurgelt na. Die meisten rollenden Bewegungen sind hurgla. Dazu gibt es noch den Hurgler: so wird ein tappiger, ungeschickter, tölpischer Mensch genannt – vermutlich weil er auch immer wieder omhurgelt (stürzt)..

Hurgler

Ein Hurgler ist ein Tolpatsch, aber auch Schlamper, Taugenichts. hurgla heißt so viel wie rollen – na-hurgla ist hinunterrollen. Als Hurgel wird auch ein kurzes rundes Holzstück benannt.

Hurrassel

 A’ Hurrassel ist eine  quirlige, umtriebige, weibliche Person. Sie ist überall vorne mit dabei, überall beliebt und engagiert.

hüschthot–oohaa

Hüscht – hot – oohaa sind Kommandos an Pferde und bedeuten links – rechts - halt. Gut ausgebildete Pferde reagieren auf Zurufe. Mit ihnen war natürlich leichter zu fahren, zu pflügen, usw., weil man mit den Händen z. B.  den Pflug halten oder eine Maschine lenken musste. Der letzte "Kuhbauer" von Möglingen, der mit den Kühen als Zugtiere auf den Acker fuhr, hatte sich  dann auch einen auf 6 km/h gedrosselten Schlepper gekauft, weil man für ihn keinen Führerschein braucht. Dementsprechend fuhr er auch. Es wird erzählt, dass er auf seinen Schuppen zufuhr und mehrfach laut sein gewohntes oohaa rief. Weil  der Bulldog aber  nicht hören wollte / konnte, war das Tor anschließend kaputt.

ieberzwerch

Eine einfache direkte Übersetzung gibt es nicht, denn mit ieberzwerch kann  viel  ausgedrückt werden: Quengeliche Kinder sind ieberzwerch, ebenso alles was zuwiederläuft. Der schlecht aufgelegte Ehe-Mann ist ieberzwerch wenn er mit nichts zufrieden ist. Eine Arbeit, die nicht vorankommt oder auch einfach alles unbequeme kann ieberzwerch sein.

ja freile

Ja freilich – die Zustimmung wird verstärkt, man sagt in diesem Zusammenhang heute „ja selbstverständlich“

Jäschd

Jäschd bedeutet Erregung, sich aufregen, außer sich sein; auch ein ruhiger Schwob kann sich uffrega und en da Jäschd komma; der war ganz em Jäschd = er war ganz aufgeregt und außer sich

K

Kairawisch

Der Kairawisch ist ein Kehrwisch, Handfeger.

Kameh

Das Kameh ist der Kamin, der Kamehfeag’r ist der Kaminkehrer. In den ganz alten Häusern begann die Rauchöffnung über der offenen Feuerstelle in der Küche. So konnten Max und Moritz der Witwe Bolte ihre Hühner stehlen. In diesem Rauchfang wurden auch Lebensmittel, meist Fleisch geräuchert und damit haltbar gemacht. Später wurde auf die heute noch gebräuchlichen schmalen Kanine umgestellt, aber auf dem Dachboden eine Räucherkammer eingebaut.

Kandl

Rinnstein, vor der Kanalisierung des Orts in den 1950er Jahren liefen die Abwässer aus Küche, Haus und Oberflächen in die Kandel am Straßenrand und von dort aus in den Bach.  Nach starkem Regen waren die Kandeln sauber und die Kinder konnten mit der mitgeschwemmten Erde Staudämme bauen und Stauseen erzeugen – nicht immer zum Gefallen der Eltern.

Kappa-dach

Die Kappa ist die Mütze (Kappe), deren Oberteil und auch die Oberseite des Kopfes ist das Kappadach. Gebraucht wurde der Begriff allerdings im Zusammenhang mit „aufs Kappadach schlagen“, auch eine Ohrfeige zählte dazu.

Käpsele

Für das Wort Käpsele gibt es mindestens 3 Bedeutungen: 1. kastenförmige Kuchenform etwa in der Größe 10x10x20 cm. 2. bewundernde Bezeichnung für jemand, der alles kann, den man alles machen lassen kann, der ein kleines Universalgenie ist.  3. seit den 1950er und 1960er Jahren hatten die Kinder Käpseles-Pistolen, die Käpsla (Mehrzahl) waren kleine Mengen Pulver zwischen Papierstreifen (oder einzeln), die geknallt haben, wenn draufgeschlagen wurde. In die Spielzeugpistolen wurde eine Rolle eingelegt.

Karch-Salba

Karchsalba ist schwarzes zähes Schmierfett für Leiterwagen.  Bis in Anfang 1960er Jahre waren in der Landwirtschaft die Leiterwagen aus Holz im Gebrauch. Die Speichenräder liefen auf Achsen aus Eisen als Gleitlager. Bei den geringen Geschwindigkeiten der Pferde- und Kuhgespanne war das kein technisches Problem, trotzdem mussten die Lager regelmäßig geschmiert werden.  Das Schmiermittel dieser Räder war die Karchsalba, ein dickes, zähes schwarzes Fett. Karch ist der Karren, Salba bedeutet Salbe.

Karree

Das Wort Karree ist wieder ein französisches Überbleibsel (fr: carré) und wird verwendet für  Viereck, Quadrat, viereckiger Häuserblock. „Oimol oms Karree fahra“: Einmal um den Häuserblock fahren.

Karst/Karscht

Ein Karst, gesprochen Karscht, ist eine stabile 2-zinkiger Hacke. Mit dem Karscht wurden hauptsächlich Kartoffeln und Rüben geerntet. Aber auch für alle anderen Bodenbearbeitungen war er sehr gut geeignet. Deshalb war er fast immer auf dem Acker dabei.

Kauter

Ein Truthahn wird im schwäbischen Kauter genannt.

Kehlkraut

Wirsing heißt auf schwäbisch Kehlkraut. Kehl ist eine Ableitung von Kohl, früher Köhl. Aus Köhl wurde Kehl. In der Ludwigsburger Kreiszeitung vom 10. Januar 09, Seite 10 wurde das vitaminreiche und gesunde Kehlkraut beschrieben.

Kendsmagd

A‘ Kendsmagd ist ein Kindermädchen. In den bäuerlichen Familienbetrieben mussten die Frauen/Mütter natürlich mitarbeiten,  insbesondere zu Erntezeiten. Kleinkinder wurden dann oft von der Großmutter beaufsichtigt oder  mit auf den Acker genommen. War beides nicht möglich, wurde meist ein Nachbarsmädchen als „Kendsmagd“ angeheuert.

Kiasoachbomba

Bei der „Kia-Soach-Bomba“ handelt es sich nicht um eine neuartige Bombe, sondern um die Güllepumpe. „Kia“ sind die Kühe, „soach“ ist das flüssige was sie von sich geben und das Wort Pumpe wird als „Bomba“ ausgesprochen. Dieses Gerät hatte (fast) jeder Bauer, der Kühe besaß. Bis in die 1950er Jahre handelte es sich um eiserne Handpumpen, ähnlich den Pumpen bei den Brunnen, danach wurden auch elektrische angeschafft. Wer keine Pumpe besaß, musste mit dem „Schäpfle“ schöpfen.

kiddera

Kiddera heißt kichern, a’ Kidderschella ist ein Mädchen, das ständig oder oft wegen geringster Anlässe kichert.

Kiddl-Schurz

Kiddl-Schurz ist die Kittelschürze der Frauen - „über der Kleidung getragenes vor allem die Vorderseite des Körpers [teilweise] bedeckendes, mit angenähten Bändern um Taille und Hals gehaltenes Kleidungsstück, das besonders zum Schutz der Kleidung bei bestimmten Arbeiten dient.“ (Duden)

Kirbe

Die Kirchweih oder "Kirbe", wie man hier sagt, ist schon lange bekannt. Einst feierte man damit den Jahrestag der Kirchenweihe; später machte man einfach ein Volksfest daraus, das zweckmäßigerweise in den Herbst verlegt wurde, weil die Bauern dann weniger auf dem Acker zu arbeiten hatten.  Die Dörfer in den Nachbarschaften richteten es so ein, dass an jedem Sonntag ein anderer Ort feierte. So gab es den ganzen Herbst hindurch immer irgendwo ein lustiges Dorffest. Den Fürsten und Grundherren waren diese vielen Festlichkeiten alsbald ein Dorn im Auge. Württembergs Herzog Friedrich I. erließ deshalb am 30. März 1804 eine Verordnung, nach der die Kirbe in ganz Württemberg am gleichen Tag gefeiert werden musste: am dritten Oktobersonntag. Diese Vorschrift wurde aber im Laufe der Zeit immer weniger beachtet. In verschiedenen Orten haben sich eigene Bräuche entwickelt.

Kirschta

Kirschta sind Kirschen

Kittele

Ein Kittel ist eine Jacke, ein Kittele muss nicht unbedingt eine kleine Jacke sein, es war meist die blaue oder grüne Jacke, die der Bauer jeden Tag trug

kleppera

„Kleppera“ ist das schwäbische Wort für klappern, wobei dazu auch unbekannte Geräusche aller Art gehören. „do kleppert ebbes“  wird gesagt, wenn man die Ursache nicht genau kennt. „scheppera“ heißt  scheppern, also ein ganz bestimmtes  Geräusch von Blechen zum Beispiel.

Klob, Kloba

Die Grundbedeutung ist „grober Klotz“. „A Kloba“ ist aber auch ein flach geschmiedetes Stück Eisen, das in die Wand geschlagen vielen Zwecken dienen kann. Zum Anbinden von Tieren oder zur Befestigung von Fenstern und Fensterläden. Ein Nagel bleibt allerdings ein Nagel. „A Klob“ ist ein grober, ungeschlachter, ungeschickter Mensch oder ein starkes störrisches Pferd; einfach jemand, der lieber die Muskeln als den Kopf benutzt.

knappâ

knappâ ist das schwäbische Wort für hinken. Unsere Vorfahren waren sehr viel zu Fuß unterwegs, bei Unfällen und Krankheiten war die medizinische Versorgung miserabel, gute und passende Schuhe waren oft unerschwinglich und so hatten viele Menschen im Laufe ihres Lebens Probleme mit der Fortbewegung.

knarfla

Wenn man knarfla sagt, meint man mit den Zähnen knirschen. Zu knabbern hätte man vor 100 Jahren aber auch knarfla gesagt.

Knautel

 „a alter Knautel“ ist sonderlicher alter Mann.

Kneisle

Das Kneisle ist der Brotanschnitt  oder das letzte Ende. Wenn die großen runden Brotlaibe beim Backen Kontakt hatten, war an dieser Stelle die Kruste nicht geschlossen und man konnte hier mit dem Fingern im Laib grubla.

knickerich

 Knickerich ist das schwäbische Wort für übermäßig sparsam, geizig, knauserig

knitz

Ein knitzer Mensch ist hintergründig witzig oder manchmal auch clever. Eine Kartoffel wird knitz genannt, wenn sie kranke Stellen hat, angefault ist.

knöpfla

knöpfla war früher ein beliebtes Spiel für die Jugend. Mit kleinen Steinchen, besser noch mit Maiskörnern (Welschkornkernla) warfen sie abends gegen die Scheiben der Häuser und freuten sich, wenn die Besitzer nachschauten und niemand an der Tür vorfanden. Eine frühe Form des „Klingelputzens“

Knui

Das Knie wird auf schwäbisch Knui ausgesprochen

Kohlafüller

Ein Kohlafüller ist eine Art Kohleneimer. Mit ihm wurden die Kohlen aus dem Keller oder dem Schuppen geholt und konnten  einfach und sauber in den Ofen geschüttet werden.

Kolderer

Wenn man einen Kolderer hat, hat man starken und lang andauernden, fast chronischen Husten, Als koldera bezeichnet man chronischen, lauten, starken Husten, wer oft hustet, wird deshalb auch als Koldera (weiblich) oder Kolderer (männlich) bezeichnet. Koldern wird auch für poltern - laut sein - genannt.

kommod

es kommod haben bedeutet, es sich bequem machen, gemütlich einrichten, das Wort ist wieder ein französisches Überbleibsel: commode = angemessen, zweckmäßig, angenehm. Der Ursprung ist allerdings das lateinische commodus.

koppa

koppa wird im Schwäbischen  für aufstoßen, rülpsen verwendet – wenn sich Luft im Magen befindet. Gedicht vom Gottlieb

kraoza

Knarren und quietschen sind die hochdeutschen Begriffe für kraoza. Eine alte Türe kraozt z.B. in den Angeln, eine Holztreppe und ein Holzboden ebenfalls.

Krautstanna 

Eine Krautstanna ist ein Krautfass. Das vitaminhaltige Sauerkraut wurde kleingeschnitten und mit Salz in einem großen tönernen Topf eingelegt. Dieser Topf, der bis 70 cm hoch war und 40 cm Durchmesser haben konnte, heißt Krautstanna. Kühl im Keller aufbewahrt, hielt das Kraut einige Monate lang.

krebsla

krebsla bedeutet in erster Linie klettern,  aber auch "sich mühsam bewegen": Wer schlecht zu Fuß ist, „krebslt bös rom“. Ein Semsakrebsler ist ein saurer Wein – früher wuchsen an der Südseite der Häuser Weinstöcke bis zu den Fenstern im ersten Stockwerk, bis zu den Fenstersimsen (Semsa). Vermutlich war bei diesen Weinstöcken der Wuchs wichtiger als die Weinqualität.

kreitzliadrich

Wenn’s man sagt, dass es einem kreizliadrich geht, fühlt man sich sehr schlecht und ist meist krank. Liadrich ist ein Wort, das alles Schlechte bezeichnet und kreizliadrich ist die Steigerung.

Krischkendle

Dass des Krischkendle das Christkind ist war wohl allen klar.

Krischtag

Weihnachten wurde Krischtag (Christtag) genannt. Das Wort Weihnachten ist viel zu lang und umständlich auszusprechen. Christkind wird deshalb auch Krischkend, oder häufiger Kirschkendle  ausgesprochen. Das Krischkend hat die Geschenke für die Kinder gebracht.

Krotta

A’ Krotta ist eine Kröte. Es gibt aber nicht nur die lieben kleinen Tierchen - die gar nicht so hässlich sind. (wann haben sie zum letzten Mal eine in der Natur gesehen?) Sie suchen sich übrigens derzeit wieder einen Laichplatz und werden auf ihren Wegen durch Verkehrsverbote geschützt. Es gibt auch süsse Krotten, liabe (liebe) Krotten und nette Krotten. Das Wort kann also auch eine liebevolle Bezeichnung sein. A’ Lompakrotta ist dann schon eine ärgerliche Bezeichnung für ein liebes, kleines, nicht ganz pflegeleichtes  Mädchen.

kruschtla, Kruscht

Kruscht ist Gerümpel oder wertloses Zeug; kruschtla heißt, im Gerümpel oder in ungeordneten Dingen suchen oder wühlen. „Der Kruscht isch nex reachts“ heißt soviel wie: Das Gerümpel hat keinen Wert – und deshalb „lasst mr da Kruscht liega“ „das Zeug liegen lassen)

kuddera

kuddera heißt im Sand spielen, sandeln, Kudder ist aber auch der zusammengefegte Sand und Dreck von der Straße. „Wid mir mir kuddera“ hat in den 1930er Jahren im Kindergarten ein Möglinger Bub ein zugezogenes Mädchen gefragt – sie hat ihn zuerst nicht verstanden, hat dann bald gemerkt, dass er sie zum Spielen im Sandkasten eingeladen hat.

Kugelfuhr

Ein absolutes Durcheinander wird Kugelfuhr  genannt -  wie bei einer Ladung Kugeln auf einem Wagen – die rollen auch durcheinander.

Kürbsa, Kirbsa

Kürbisse heißen auf schwäbisch Kürbsa. Im Blühenden Barock in Ludwigsburg gibt es zur Zeit (Oktober 2008) etwa 500.000 davon zu besichtigen. Früher gab es aber keine 450 Sorten, sie wurden höchstens als Viehfutter und als Arme-Leute-Essen angebaut. Natürlich wurden sie auch schon ausgehöhlt, Öffnungen herausgeschnitten und mit Kerzen als Geister verwendet. Das Wort Kürbsa wurde aber auch abfällig für weibliche Personen benutzt, von denen man nicht viel hielt: "Des isch aber amol a’ Kirbsa"!

Kurve kratzen

Zu Fuhrwerkszeiten - also noch in den 1950er Jahren - waren jeder Hofeinfahrt, an Kurven und engen Stellen Steine aufgestellt – Ecksteine. Sie standen schräg, damit die Räder der Fuhrwerke an den Steinen nach außen abrutschen konnten und schützten so die Wand oder das Gebäude.  Die Nabe der Wagen konnte auch nicht an der Ecke hängenbleiben, es wurde auch mühsames Rangieren vermieden. Auf diese Weise wurde die Kurve (genauer: der Stein in der Kurve) gekratzt.

Kutterfässle

Kutter ist der Abfall, Kutter ist auch das was auf dem Boden und auf der Straße zusammengefegt worden ist. Dazu braucht man natürlich eine Kutterschaufel (und einen Kairawisch). Mit Kutter kann niemand mehr etwas anfangen, das ist wirklicher Abfall

Kuttla

Kuttla werden  auch Kaldaunen oder Gekröse genannt. Anderwärts werden die Bauch- und Magenwände von Schlachttieren allenfalls zu Hundefutter verarbeitet; bei uns kommen sie unter dem Namen „saure Kuttla“ in einer wohlschmeckenden Soße auf den Tisch. Das Rezept: Man bereitet eine stark goldfarbene Mehlschwitze, füllt diese mit Fleischbrühe und einem guten Rotwein auf, kocht diese mit Zwiebeln, gelbe Rüben, Wacholderbeeren und Lorbeerblättern und gibt zum Schluss noch einen kleinen Schuss Essig dazu. Wenn diese Soße etwas eingedickt ist, durchseihen und über die sauber gewaschenen Kuttelflecke (vom Metzger gewöhnlich schon in dünne Streifen geschnitten) geben, würzen je nach Geschmack und noch einige Zeit köcheln. Dazu reicht man frisch gebackenes Brot oder Bratkartoffeln.

L

läbbera

läbbera“ heißt mit Wasser / Flüssigkeit herumspielen, plätschern. Ver-läppera bedeutet dann verschütten. Mit „des isch aber läpperich“ wird aber auch ausgedrückt, dass die Qualität des Getränks nicht in Ordnung ist, keinen Geschmack hat oder etwas zu dünnflüssig ist.  

Lahm-Arsch

Ein Lahmarsch ist ein Mensch, der langsam ist, der nichts zustande bringt, weil er nichts tun will oder kann. Er ist nicht von der Stelle zu bewegen, ist für nichts zu begeistern, macht nichts, ist faul  - dies ist einer der sehr treffenden schwäbischen  Ausdrücke.

Lällabäbbl 

A’ Lällabäbbl redet dummes zusammenhangloses Zeug daher und wird nicht ernst genommen. Das Wort könnte aus „lälla“ – labern und „bäbbera“ – viel aber wenig inhaltsvoll reden zusammengesetzt sein

läpperich 

Kinder läppern, wenn sie mit Flüssigkeiten spielen und diese auch noch vergießen (verläppern). Eine dünne Suppe wird läpperich genannt.

Lätta-Gschwätz

A Lätta-Gschwätz ist dummes , sinnloses Gerede. „Lätta“ ist schlechter, lehmiger, wasserundurchlässiger Boden und Gschwätz kann am besten mit reden – schwätzen übersetzt werden.

lätz oder letz

lätz oder letz“ steht für verkehrt, fehl, falsch gelaufen, umgedreht (Innenseite außen bei einem Wäschestück)

Leinich

Das Lainich ist das Leintuch vom Bett. Ursprünglich war es tatsächlich aus Flachs gewoben und vermutlich auch recht rau und hart, aber auch haltbar und gut zu waschen.

liadrich

das Wort liadrich steht für schlecht. „s’ gôt mr so  liadrich, i hau arg Halswai“ – es geht mir schlecht, ich habe starke Halsschmerzen. „a’ liadrichs Mensch“ oder eine „liadriche Dengere“ ist eine (meist junge) Frau mit sehr schlechtem Ansehen und Leumund. Diese ist auch „a’ Lompamensch“.

Loadorawaga 

Ein Loadorawaga ist ein Leiterwagen. Es gibt/gab  verschiedene Ausführungen: Große schwere Wagen für Rüben, Mist. Eine lange große Version wurde für Garben, Stroh und Heu verwendet. Die leichte (normale) Version für den Alltag, war auch als Einspänner geeignet. Schwere Handwagen, denen auch mal ein Geißbock vorgespannt werden konnte, hatten Kleinbauern. Für Fässertransporte hatte der Küfer ein eigenes Modell. Handwägele für die kleinen Transporte im Ort hatte jeder im Haus. Alles wurde im Ort gefertigt. Der Wagner (Wagenmacher - Wegmer) und der Schmied konnten alles selber machen. Dieses Universalfahrzeug haben wir zu unserem Vereins-Logo gemacht.

Loamagriaba

Loamagriaba heißt Lehmgrube. Bezeichnung für Äcker auf der westlichen Markung Möglingens etwa zwischen Schnellbahn und Ammertal. Hier wurde schon für die Ludwigsburger Porzellanmanufaktur Lehm abgegraben. Zum Bau wurde er ebenfalls verwendet. Schließlich wurde das Gebiet in den 1960-1970er Jahren als Auffüllplatz verwendet. Die Reste vieler alter Möglinger Häuser samt Inventar dürften dort zu finden sein. Heute ist wieder alles rekultiviert. Noch in den 1950er Jahren war eine kleinere Lehmgrube an der Stammheimer Straße rechts am Ortsausgang. Sie wurde 1964 beim Bau der Umgehungsstraße beseitigt.

loana 

loana ist der schwäbische Ausdruck für lehnen im Sinne von sich abstützen, anlehnen– das heißt dann a’loana. Romloana könnte man mit herumhängen übersetzen.

Loaß

Eine tiefe Fahrspur auf dem Acker oder dem Feldweg nennt man Loaß. Die heutigen landwirtschaftlichen Fahrzeuge sind zwar größer und schwerer als früher, haben aber breite Reifen. Die alten Leiterwagen waren auch schwer beladen, hatten aber nur schmale eisenbereifte Holzräder und verursachten deshalb oft tiefe Fahrspuren.

lodderich

Lodderich ist alles, was nicht fest ist: ein Teil wackelt, ist lose. Wenn die Hosen zu weit sind, loddern sie auch.

Lôhle

Ein Lôhle ist geistig langsam und unbeweglich. Er hat keine eigenen Ideen und macht gerade das was man ihm sagt. Aber auch dabei ist er langsam und schwerfällig.

lommelich

lommelich ist weich, biegsam, baumelt ohne Halt, ohne Kraft. Ein lommelicher Mensch hat keine Ausstrahlung, er hängt körperlich und geistig nur rum, er lässt sich gehen, hat keine Haltung. Ein lommelicher Händedruck.

Lompamensch

Lompamensch ist Bezeichnung für eine liederliche und unzuverlässige weibliche Person – das männliche Gegenstück ist der Lompafetz. Dieses Wort ist wieder ein gutes Beispiel dafür, dass der Ton die Musik macht. Wenn die Oma die Enkelin ein Lompamenschle nennt, schwingt meist eine Spur von Stolz mit, dass das Mädchen so clever ist.

lottera

wenn etwas lottert, ist es locker. Ein nicht fest sitzender Gegenstand lottert. Wenn etwas wackelt oder lose ist, sich  bewegt – des lottert des rom.

Lugabeidl

 Ein Lugabeidl ist ein allseits bekannter harmloser Lügner.

Luggeleskäs 

Luggeleskäs  ist Frischkäse oder Quark, dazu kommen Zwiebel, Salz, Schnittlauch u. anderes Gewürz. Die Milchmasse wurde durch ein grobes Sieb gedrückt, deshalb waren immer „Breckela“ – kleine körnige Brocken drin. Der Quark wird in jeder Gegend Deutschlands anders genannt. Woher sich das Wort Luggeleskäs ableitet, habe ich bisher allerdings noch nicht herausgefunden.

lupfa

Lupfa heißt anheben, hochheben. Dr Deckel vom Häfele (Kochtopf) wird gelupft, genauso wie das Kind auf den Wagen gelupft wird.

luse haben

 Luse ist Freiheit, nichts tun, Freizeit. So etwas ist einem rechten Schwaben ja höchst suspekt, denn es ist nicht gut, wenn ein junger Mensch zu viel Luse hat – er schafft nix und kommt auf dumme Gedanken.

M

mach ahne

Mach âne ist die Aufforderung an einen langsamen anderen, sich schneller zu bewegen oder überhaupt etwas zu tun. 

mach nôre

mach nôre sagt man zu einem anderen, wenn man diesen zu schnellerem arbeiten oder gehen veranlassen will. Es ist eine Aufforderung „schneller zu machen“, weil`s pressiert – eilig ist.

maleziös

Das Wort maleziös hat den Ursprung im Lateinischen, kommt wieder aus Frankreich und bedeutet boshaft, schlecht, böse. Es wird in der Regel verwendet, wenn man eine immer schlecht aufgelegte Frau beschreiben will.

margiera

„der ist nicht krank/verletzt, der margiert bloß“ heißt soviel wie „er täuscht eine Krankheit/eine Verletzung nur vor“. Margieren kann man also mit Vortäuschen von Krankheiten gleichsetzen.

maudrich

Wer maudrich ist, fühlt sich schlapp, unwohl und müde, er ist krank oder wird es bald. Das Wort wird für Menschen und Tiere verwendet.

mausla

mausla heißt auf allen vieren krabbeln, sich wie eine Maus (? ) vorwärtsbewegen.

mauza

Wer mauzt, sagt seine Meinung in einem sehr nervigen Ton – stets mit einem unterschwelligen Vorwurf – und das immer wieder. Er ist mauzig – unzufrieden.

Meedela

Meedela hat mit dem Wort Modalitäten Gemeinsamkeiten. Es wird allerdings anders gebraucht: „Meedela macha“ heißt Umstände machen, sich umständlich anstellen, sich zieren. „Jetzt mach koane Meedela und schaff dei Sach’“ – stell dich nicht so an und mach deine Arbeit.

Meedich

der Montag heißt auf schwäbisch Meedich

Meggel

Ein Meggel ist ein großer Kopf – ein Quadratschädel.

mend

minderwertig, geringwertig, von schlechter Qualität, „des Mendle“ ist ein kleiner liederlicher Kerl

Migge, miggen

Migge ist die Bremse am Leiterwagen. Diese Wagen aus Holz, die praktisch jahrhundertelang von den ortsansässigen Handwerkern wie dem Wagner und dem Schmied gebaut worden waren, wurden für alle Transporte eingesetzt. Er ist auch das Logo unseres Vereins. Gebremst wurde mit einem Balken, der an die Eisenreifen der Räder gedrückt wurde. Diese einfache Bremse wurde anfangs durch eine einfache Hebelübersetzung betätigt, später wurde mit einer Kurbel "gemiggt" Schwere Wagen hatten 2 Miggen, die hintere wurde am Ende des Wagens betätigt - der Bremser ging deshalb einfach hinterher, bei Pferde- und Ochsengespannen war das kein Problem.

mir ischs hondslieadrich

mir isch’s hondsliadrich heißt: mir ist es sterbenselend zumute.

mir langts haufa gnuag

mir langts haufa gnuag sagt man wenn man meint:  mir reicht es vollkommen

Moggele

Moggele ist ein Kosename, ein kleines Kalb wird meist Moggele genannt,  aber auch ein kleines Kind, es ist immer lieb gemeint.

Mooscht

Most oder schwäbisch: Mooscht ist vergorener Apfel- und/oder Birnensaft und war über Jahrhunderte das Standardgetränk der Bauern.. Jeder hatte einige tausend Liter im Keller, getrunken wurde er morgens, mittags und abends. Meist wurde er allerdings mit Wasser verdünnt – damit wurden auch in schlechten Obstjahren die Fässer voll und man konnte mehr davon trinken. Der unverdünnte Most wurde Saft genannt. Der frisch gepresste Apfelsaft wurde auch eingekocht und in Flaschen abgefüllt, so hatten auch die Kinder das Jahr über alkoholfreien Süßmost. Spruch dazu: Wenn dean Mooscht magsch, magsch au mi, hat's Mädle gsait

mr' sott amâl

Mr sott amol heißt nichts anderes als: man sollte einmal wieder …, Es ist auch als eine Erinnerung oder Aufforderung  zu verstehen.

mr’ sott 

Mr’ sott  - das ist ein sehr häufig gebrauchter Ausdruck und bedeutet nichts anderes als „man sollte“. Die Notwendigkeit einer Tätigkeit ist erkannt, für die Ausführung fehlt die Zeit, Energie, der Druck oder auch nur die Lust. Wenn die Frau mr’sott sagt, ist dies in der Regel eine direkte Aufforderung („ich kann ja nicht befehlen, ich sag bloß“).

Muggaseckele A’ Muggaseckele ist sehr, sehr klein. A’ Mugga ist eine Fliege und auch männliche Fliegen unterscheiden sich von weiblichen. Dieser kleine Unterschied ist das Muggaseckele – also wirklich klein und winzig. Wenn man also kleine Unterschiede beschreiben will, wird dieses Wort benutzt.

Mulla

Auch: Bä-Mulla. So werden Personen (meist Frauen) bezeichnet, die langsam, behäbig sind, sie werden mit einer Arbeit nicht fertig, bewegen sich nicht.

Mulle

a' Mulle ist eine Katze

N

na ghagelt

„Na ghagelt“ bedeutet: „hingefallen, gestürzt“ wobei das "na" weich und nasal ausgesprochen wird, richtig schwäbisch eben. "No be i halt na ghagelt" enthält auch immer eine gewisse Selbstironie. Will man ausdrücken, dass man tief gestürzt ist, z.B. in ein Loch oder auf der Treppe, wird das „a“ als deutliches und langes  "A" ausgesprochen: Die Vorsilbe "na" bedeutet dann hinuntergefallen,   "ra ghagelt" heißt heruntergefallen.

Nachtkrabb

Vor dem Nachtkrabb wurde früher Kindern Angst gemacht, aber keiner hat ihn je gesehen weil es ihn nicht gibt. Er war ja auch nur nachts unterwegs und die Straßenbeleuchtung war nicht hell. Kinder mussten auf jeden Fall zuhause sein, bevor es dunkel wurde, „sonst kommt der Nachtkrabb und holt dich“.  Krabb ist normalerweise ein Rabe, ein schwarzer Vogel, den man deshalb im Dunkeln nicht sieht.

Nägela

 Nägela sind Nelken (Blume), die Einzahl heißt Nägele. Ein kleiner Nagel dagegen wird mit einem deutlichen e als Negele ausgesprochen

naina

Wenn man sagt: Etzt isch naina, meint man dass es jetzt Neun Uhr ist

na-raira

na heißt ganz kurz: hinunter, na-raira heißt hinunterrieseln

Narrakaschper 

Ein Narrakaschper ist eine verrückte Person, ein Narrenkasper. Er regt sich schnell über alles auf,  ist nervös und leicht erregbar.

narret

narred ist wütend, aber  auch ärgerlich. „Heit isch r’ narret, heit kam mr nex mit em hau“ sagt die Frau über ihren schlecht aufgelegten Mann. „Der schafft wie narret“ heißt dann aber, dass er sehr viel und sehr schnell arbeitet. Narret hat nichts mit den Fasnetsnarren zu tun, zumindest in den evangelischen Gegenden Württembergs gab es früher keine Fasnet.

neafa

Für „neafa“ würde man heute „nerven“ sagen, als neafa wurde aber auch eine bestimmte Art zu reden – quengelnd, unzufrieden, fordernd, bezeichnet.

neafza

neaf‘za ist „nerven“, vor allen wird es gebraucht, wenn Kinder weinerlich immer wieder das gleiche fordern.

neamer

Dô isch neamer bedeutet: hier ist niemand

neggadich

neggadich heißt auf hochdeutsch ganz einfach: nackt. So konnten die Kinder die Sommerhitze am besten ertragen.

neipfercha

neipfercha heißt zusammenpferchen, dicht gedrängt unterbringen, wie die Schafe im Pferch.

nemm i nemme

Das nehme (nemm) ich (i) nicht mehr (nemme). Schwäbisch ist nicht immer langsam und gemütlich, sondern meist kurz und sehr treffend.

Neujahr

Noch in den 1950/60er Jahren war es üblich, dass man die Nachbarschaft und Verwandtschaft an Neujahr besucht hat und ein gutes Neues Jahr gewünscht hat => a’ nuis guats Jâhr waischa Die Kinder haben dann meist eine Brezel oder die restlichen Guatsla vom Krischtag erhalten und sich darüber gefreut.

nôremacha

nôremachen heißt sich beeilen, mach nôre sagt man, wenn jemand schneller arbeiten soll.

nottla

nottla heißt herumwackeln, auf festen Sitz prüfen

O

oa'ga

Der isch oa’ga sagt man zu einem Menschen, den man auch als Sonderling bezeichnen könnte, der sich nicht an die üblichen Konventionen hielt. Der ist „Eigen“.

oanaweag

oanaweag ist das schwäbische Wort für trotzdem

obacha

Der isch obacha sagt man, wenn sich jemand ständig „unmöglich“ benimmt, er ist  „nicht ganz bei Trost“. Das Wort kommt möglicherweise von nicht ganz gebacken – (geistig) noch nicht ganz fertig. Der isch  „net ganz bacha“ hat die gleiche Bedeutung.

Oberg'scheidle

A’ Obergscheidle ist die Steigerung von Gscheidle. Ein Obergscheidle weiß immer alles Besser, die beste Übersetzung ist deshalb sicherlich Besserwisser – er muss nämlich nicht immer recht haben.

Oberwasser

Wer Oberwasser hat, ist im Vorteil; so wird das Wort auch gebraucht: einen Vorteil haben, bessere Aussichten haben: Oberwasser haben.

ogattich

ogattich ist etwas unhandliches, ein Ogatticher (Mensch) ist nicht umgänglich, stellt sich quer, benimmt sich unmöglich.

Ogsa Auga

das Spiegelei wird bei uns Ogsa‘aug genannt, weil es aussieht wie das große Auge eines Ochsen, Mehrzahl sind die Ogsa Auga

Öhmd

Die Öhmd ist die zweite Heuernte, meist im Spätsommer – nach der Heuet im Frühsommer.

oizecht

oizecht“ oder vereinfacht „einzecht“ ist einzeln, alleinstehend, auf englisch: „single“., Was fangsch mit ma oizechta Schuh a, wenn zwei Fiaß hosch (was soll man mit einem einzelnen Schuh, wenn man zwei Füße hat). Bis zur Flurbereinigung gab es auf Markung Möglingen einen Flurnamen „Einzechten Baum“ – wahrscheinlich stand hier zwischen Möglingen, Kornwestheim und Stammheim – lange Zeit ein einzelner Baum.

ommasonscht

ommasonscht  heißt umsonst, kostenlos, geschenkt. Ommasonscht ist am Sonntag auch wieder frisch gepresster Apfelsaft beim Apfelfest des Heimatvereins. Ab 11.00 Uhr bieten wir aber auch andere Getränke und Essen an. Es lohnt sich wieder der kleine Spaziergang oder die Fahrt mit Fahrrad oder Auto zum Hof Däuble ins Ammertal. Der Weg ist von der Münchinger  und Schwieberdinger Straße her ausgeschildert. Es gibt auch noch allerlei alte Sachen zu besichtigen und gute Unterhaltung. Sollte wieder Erwarten schlechtes Wetter sein, können wir in die Halle ausweichen.

omms nomm gucka

Mit omms nomm gucka drückt man aus, dass etwas sehr schnell ging. Frei übersetzt heißt es etwa: „in einem Augenblick“.

om-orgla

Om-orgla ist eine Tätigkeit, die vor allem Frauen liebend gerne machen. Umräumen ist das entsprechende hochdeutsche Wort. „mr orglet ebbes om“ heißt wir verändern etwas, wir bauen etwas um. Vielleicht steckt auch der Begriff „um-oganisieren“ dahinter ?

Omrang

Eine enge Kurve wurde als Omrang bezeichnet, „Salzers Omrang war ein fester Begriff für die damalige Kurve der Straße an der heutigen Kreuzung Hindenburgstr./Ludwigsburger Str./Wiesenweg. „Den Rang (nicht) kriegen“ für „in der Kurve hängen bleiben“ aber auch wenn eine Arbeit nicht gelang, wurde oft gesagt. „Om dâ Omrang rom“ heißt nichts anderes als durch die Kurve fahren.

Oxa-Aug

Oxa-Aug ist ein Ochsenauge. So wurde das Spiegelei genannt. Das Eigelb ist so groß wie das Auge eines Ochsen

P

pariera

wenn die alte Schwäbin zu ihren Enkeln gesagt hat, dass sie parieren sollen, hat sie gemeint, dass sie gehorchen sollen. Die andere Wortbedeutung, abwehren, die Parade, wird aber im schwäbischen nicht gebraucht.

Peitschastecka

Peitschstecka werden auch Landjäger genannt. Es ist eine lange dünne Hartwurst, die man wie eine Peitsche in die Hand nehmen und damit wackeln kann.

Pelzmärte

Früher kam zu den Kindern an Weihnachten nicht der Weihnachtsmann, sondern der Pelzmärte. Allerdings war das nicht der gütige alte Beschenker wie heute, sondern eher eine furchteinflössende Gestalt mit einer Rute, vor der die Kinder in den Wochen vor Weihnachten auch geängstigt wurden. Sie bekamen auch Geschenke, aber fast immer auch die Rute. Der Gegensatz dazu war das Krischtkendle, das zwar die wenigsten Kinder je sahen, aber mit seinem weißen Kleid mit einem Engel verglichen wurde. 

Peterleng

Peterleng ist das schwäbische Wort für Petersilie

Pfeifadeckl

Pfeifadeckl ist der Deckel der Tabakpfeife. Der Ausruf „ja Pfeifadeckl“ kommt dann, wenn es anders kommt als man es erwartet hat. Die Pfeifen waren ja ein wertvolles Stück und deshalb auf der Außenseite schön verziert und poliert. Wenn man den Deckel öffnet sieht aber man die schwarze verrußte Innenseite.

Pfetschakendle

Neudeutsch: Baby, altdeutsch: Kleinkind bis ca. 1 Jahr, also ein Kind, das noch nicht laufen (gehen) kann. Es muss umsorgt und behütet werden und ist ständig auf die Mutter oder andere Personen angewiesen. Pfetschakendle war ein Schimpfwort und eine Abwertung von größeren Kindern gegenüber jüngeren.

Pfläätscha

Pfläätscha na zieha, Pfläätscha na hänga = unzufrieden dreinschauen, ein Gesicht ziehen. Die Unzufriedenheit ist ihm im Gesicht geschrieben.

pfludera

pfludera bedeutet hilfloses und konfuses herumflattern. Wenn der Fuchs im Hühnerstall isch, pfluderet d’ Heaner  em ganza Stall rom. (wenn der Fuchs im Hühnerstall ist, flattern die Hühner aufgeregt im ganzen Stall umher).

pfondich

auch pfundig, sehr schön, sehr gut, Zustimmung

Pfund

Das früher allgemein übliche Zeichen für Pfund, also 500 Gramm, war ein M in Schreibschrift. In Kilogramm rechnete bis in die 1950er Jahre niemand. Üblich waren Zentner (100 Pfund oder 50 kg) und eben das Pfund, wobei dieses häufig in ¼, 1/8 und bis 1/16 geteilt wurde.

pfupfera

Wenn es einen Schwaben pfupfert, will er damit ausdrücken, dass es ihn in den Fingern juckt etwas zu machen – „des pfupfert mi / des tät mi scho pfupfera“ heißt soviel wie das würde ich gerne machen. Oft ist unausgesprochen dabei: aber …  . Ganz schlimm ist es, wenn es hinterher pfupfert, wenn man sich sagen muss: Hätt’ ich doch …

pfuusa

Pfuusa kann am besten mit schnauben, heftig schnaufen (ausatmen) übersetzen. Der hat aber ganz schee pfuust als er fertig war. Das Wort wird aber auch gebraucht, um Unmut oder Ärger auszudrücken. Man pfuust, wenn man von einer schweren Aufgabe erfährt.

phäb 

Phäb ist dicht (technisch), geizig (finanziell), engstirnig, redet nicht über sich (im Umgang mit anderen).  Eine schwäbische junge Frau ließ sich in der Stadt ein Kleid schneidern. Sie beschrieb der Schneiderin ihren Wunsch so:  dara Knöpf und dara Knöpf und hinten ganz behäbe (also hinten eng anliegend)

Plaffoh

Das Wort stammt wie so viele „alte schwäbische“ Wörter aus dem Französischen:  Plafond bedeutet Zimmerdecke.

Plaile

A‘ Plaile ist eine lange schmale Reihe von Heu, Rüben oder anderen Früchten. Damit können sie besser (von Hand oder einer Maschine) auf Wagen aufgeladen werden.

Pôdder

Ein Pôdder/Potter ist eine Halskette mit Perlen. Das Wort kommt vom lateinischen pater noster – Vater unser im Rosenkranzgebet. Die Frauen in den Dörfern trugen früher selten Schmuck – an Sonn- oder Feiertagen ein Pôtter, eine Brosche und den Ehering.

Potschambr

potschambr  oder potschamborle kommt wieder aus dem französischen „bot de chambre“ und bedeutet nichts anderes als Nachttopf.

prägla 

prägla heißt braten, anrösten. Bratkartoffeln sind g’prägelte Ebbiera. „Des präglt vor sich na“ steht für: vor sich hin köcheln.

pratzla

 Pratzla ist das schwäbische Wort für prasseln. Wenn im Herbst Obstbäume geschüttelt werden, pratzlet die reifen Äpfel oder Birnen grad so auf den Boden. Bei starkem Regen pratzelt es ebenfalls.

pressiera

Wo es andere eilig haben, pressiert es dem Schwaben. Manchmal pressiert er auch selber, und wenn’s langsam pressiert, wird es Zeit, weil sie knapp wird. Ein Auftrag, der pressiert ist pressant, eine Person dagegen, die pressiert, hat es pressant. Das Wort hat also doch etwas mit pressen zu tun – wer es eilig hat, steht unter Druck.Das Wort pressant ist wieder ein französisches Überbleibsel und bedeutet nichts anderes als eilig.

Putzmühle

Die Putzmühle ist eine landwirtschaftliche Maschine aus Holz, die früher unbedingt zum Dreschen gehörte. Mit einer Kurbel wurde ein Windrad gedreht und Wind erzeugt, der die leichte Spreu von den schwereren (Weizen)-Körnern trennte. Anfangs wurde natürlich nur von Hand gekurbelt,  später auch Elektromotoren eingebaut. Auf jeden Fall war dies eine anstrengende und vor allem auch eine staubige Angelegenheit. Im April dreschen wir jeden Sonntag im Blühenden Barock in Ludwigsburg mit Dreschflegeln und benutzen dort auch eine Putzmühle.

Q

Quadd

Engerlinge wurden in Möglingen Quadd (Kwadd) genannt. Ein Kwatt ist dick, unförmig, unbeweglich. Engerlinge sind die Larven der Maikäfer und leben 3 bis 4 Jahre im Boden. In dieser Zeit fressen sie vor allem Wurzeln der Pflanzen und sind deshalb bei den Bauern nicht beliebt.

Quaddla

Der ka beinah nemme quaddla“ bedeutet, dass er fast nicht mehr laufen (gehen) kann, meist sind damit dicke oder kranke Menschen gemeint. Als Quadd wurde früher auch ein Engerling bezeichnet. Aus dieser dicken fetten Larve wird übrigens später ein Maikäfer.

R

Racha'butzer

A Racha‘butzer ist eine Bezeichnung für einen Wein, der nichts taugt, aber auch für einen scharfen Schnaps – der brennt den ganzen Hals hinunter.

Radelrutsch

Heute fahren die Kinder mit einem modernen City-Roller aus Aluminium und Kunststoff, früher waren die Kinder mit einer Radelrutsch aus Holz glücklich. Die Radelrutsch war in etwa genauso groß wie die heutigen Zweiräder – kugelgelagerte Rollen hatten sie allerdings noch nicht, dafür einen kleinen „Winker“ (Fahrtrichtungsanzeiger zum ausklappen nach links oder rechts ) – genau wie damals die Autos.

Räff

Räff ist ein schlechtes Gebiss, also krumme und schiefe Zähne: „der hat a bais Räff im Maul“

Raffl

Dieses Wort gibt es im ganzen südlichen deutschen Sprachraum und bedeutet loses Mundwerk, große Gosch. Eine weitere Bedeutung: eine Raffel ist auch eine Hechel, ein Gerät, das zur Reinigung des Hanfs benutzte wurde. Auf diese Gerät geht auch die Bedeutung des Begriffs zurück: „dui hat a’ Gosch wie a’ Raffl“

Ranza

In der Frage nach dem Unterschied zwischen dem Ranza eines Schulkindes und dem Ranza vom Karle kann man die verschiedenen Bedeutungen am besten erklären: Das Schulkind trägt ihn auf dem Rücken, der Karle vorn. „Ranza“ ist ein Ranzen, ein Schulranzen, wie ihn früher jedes Kind hatte. „Ranza“ wird aber auch ein großer Bauch genannt. Beiden ist vielleicht ein Behälter gemeinsam. Wenn ein Schwab’ zum andern sagt, dass er ihm gleich an dr Ranza nahaut, heißt es dass er ihm Schläge androht und wenn etwas im Ranza rumfährt, hilft vielleicht ein Schnaps gegen diese Verdauungsstörungen.

raot

Raot ist die Farbe Rot.

Rappel, Rappl

Die Bezeichnung Rappl kann mit Ausnahmesituation übersetzt werden und hat eine positive und negative Bedeutung: „beim Karle muasch uffpassa, wenn den dr Rappel packt, nô isch er g’fährlich“ – aber: „wenn mi dr Rappel packt, putz i alle Fenster uff oimol“. Für Rappel könnte man also auf neudeutsch-denglischÄktschn“ sagen.

rar

Sich rar machen, heißt, sich selten bei jemand sehen lassen. Das Wort könnte man mit selten übersetzen. „Der macht sich en letschter Zeit rar“ heißt, dass man in letzter Zeit jemanden selten gesehen hat. Das Wort wird oft auch abschätzig gebraucht: „des isch a rarer Kerle“ = der ist nicht so wichtig.

räs

räs heißt sauer,  „dean räsa Moscht on e beino nemme trenka, aber s’ Fass isch on et leer“ hat dr alte Bauer gsait und das Fass leergetrunken.

ratscha

ratscha ist die Steigerung von schwätza, also viel und mit jedem/r reden. Ratscha können Frauen am besten (bei Männern heißt es eben anders), dabei werden alle Personen, Themen und Vorkommnisse im Ort nacheinander durchgenommen.

Rattapack

Rattapack ist ein Sammelbegriff für Gesindel

Raubautz

Der Raubautz ist ein grober Mensch, meist werden so rücksichtslose Männer genannt. Kinder, die sich ständig bewegen und sehr unruhig sind, werden auch so bezeichnet.

Reasa’la

Reasala werden im Garten oder kleinen Ackerflächen zum Sääen gerader Reihen gemacht. Mit der Hacke (Haua) werden flache Furchen in die feine vorbereitete Erde gezogen. In diese Furche wird gesäät und anschließend die Samen wieder mit Erde bedeckt. Das Wort kommt eventuell von Rinnen oder Rinnsal. Das Eigenschaftswort reasla bedeutet auch rieseln.

reifla, roafla

reifla ist gleichbedeutend mit schnell laufen, rennen. Die Kinder hatten früher einen Reifen aus Holz als Spielzeug. Neben dem musste man herrennen, also so schnell wie der Reifen sein.

Riasl

Wer d‘ Riasl nahängt , dem/der sieht man an, dass er/sie traurig und unglücklich ist. Riasl ist eigentlich Rüssel, gemeint ist, ein langes Gesicht machen.

Riebele

A’ Riebele ist der Rest vom Brotlaib oder eine dicke Scheibe Brot. Mit Riebel ist mit freundlichem Umgangston ein dicker Kopf gemeint. „Du mit daim Riebeleskopf“ – du mit deinem großen dicken Kopf. Riebele ist die Verkleinerung.

Ripp

A Ripp ist eine böse streitsüchtige Frau und wird mit allerhöchster Verachtung gebraucht. Eine Steigerung ist fast nicht mehr möglich

Roa

A’Roa ist ein Rain, eine Böschung, ein steiler Abhang in der Landschaft, wie er z.B. zwischen Terrassen besteht. In Möglingen gibt es mehrere Flurnamen, die auf eine solche Geländeformation hinweisen: Bahroa (Bornrain), Gheg‘roa (Gehegrain)

Rombler

Ein Rombler war ein einfacher Schlitten, der aus 3 Brettern bestand: 2 als Kufen und eines als waagrechte Verbindung. Mit einer Fläche von ca. 60 x 60 cm konnte er gerade von einer Person zum Schlittenfahren benutzt werden. Vor allem war er aber bei Eis und Schnee zum Transport von allerlei Waren vorgesehen. Den Namen hat er vermutlich vom Geräusch, das er verursachte: er rumpelte laut und deutlich.

romdrugsa

romdrugsa nennt man die Situation, wenn man etwas sagen will, aber nicht weiß, wie oder wie man beginnen soll.

romhocka

Romhocka heißt direkt übersetzt: faul herumsitzen, die heutige Jugend nennt das chillen. Unsere Vorfahren hatten wenig Zeit zum Rommhocka. Abends, nachdem das Vieh versorgt war, saß man in der Nachbarschaft bei einem Glas Most zusammen.

romm on nomm

hin und her oder ganz genau: her und hin, denn romm ist die Richtung zur Person her und nomm geht vom Sprecher weg. Komm’ mol romm heißt: komm mal her – komm hinter einem Hindernis zu mir her   und mit gang nomm wird jemand nach hinten geschickt.

Roosmucka

Sommersprossen werden bei uns Rossmucka oder Roosmucka genannt. Woher der Begriff stammt, konnte ich nicht genau klären. Auf jeden Fall haben sie Menschen mit roten oder blonden Haaren und heller Haut besonders oft. Auch Friedrich Schiller soll als Kind rote Haare und Rossmucken gehabt haben. In Österreich heißen sie Guckerschecken, auch Märzentupfer und Laubflecken werden sie genannt.

Rossbolla

Rossbolla sind Pferdeäpfel. Noch in den 1950er Jahren waren die Hinterlassenschaften der Pferde auf der Straße ein begehrter Dünger für die vielen Kleingärtner. Heute ist es eher ein Ärgernis und soll schnell weggeräumt werden.

Rotz rah hänga

Die Kleidung der Kinder war früher nicht so zweckmäßig und warm wie heute. Die Jungs trugen bis in den Herbst kurze Hosen und die Mädchen auch im Winter Kleider. In den Häusern waren nicht alle Zimmer beheizt. Viele Kinder waren deshalb oft erkältet und die Nase lief ständig: dr Rotz hing na (hinunter).

S

Sägesa

( althochdeutsch . segensa = die Schneidende)    Die Sägesa ist die Sense. Sie wurde täglich Futter holen gebraucht, im Sommer und im Herbst wurden die Wiesen schon früh am Morgen zum heuen und zum öhmden gemäht.  Eine Sonderausführung ist der Haberrechen für das Mähen des Getreides. So wird die Sense mit einem aufgesetzten Gestell aus Holzstreifen und  Leintuch oder Drahtgeflecht genannt. Beim Mähen kippen die langen Halme nicht nach hinten und liegen kreuz und quer, sondern sie werden mit dem Gestell mitgenommen und sauber an der Seite abgelegt. Dort konnten sie leichter von den nachfolgenden Frauen aufgenommen und zu Garben gebündelt werden.

Samschtich

Dieses Wort war doch mal recht einfach, gemeint ist der Samstag. Am Samstagabend wurde früher die Straße sauber gefegt damit am Sonntag, wenn  „d’ Leit’ “ en d’ Kirch’ ganga sen’  vor dem Haus alles sauber war.

Sattelgaul

Bei Zweispännern heißt das links gehende Pferd Sattelgaul (auf dem ein Reiter saß) – das Pferd rechts ist der Handgaul. Zu den Zeiten, als die Pferde die wichtigsten Fortbewegungsmittel waren, waren diese Begriffe schon wichtig

saumäsich 

Saumäsich ist die höchste Steigerungsform von Ausdrücken. Das ä wird dabei lang betont. Mit säumäsich können auch schöne Begriffe verstärkt werden: des isch saumäsich schee gwea (das war wunderschön). Eine Sauerei ist aber sonst immer etwas negatives und dem hochdeutschen Wort Schweinerei gleichgestellt. Die Kürbissupp’ von Giek auf der Kirbe war doch saumäsich guat – oder net ?des geits net jeden Tag!

saua

Das Wort saua als Eigenschaftswort bedeutet schnell laufen. Der ka aber schnell saua = der kann aber schnell laufen. Versaua heißt verunreinigen.

schaffich 

Wer schaffich ist, isch a’ reachter Ma’. Schaffich nennt man nämlich eine gut, viel und schnell arbeitende Person. Schaffa ist arbeiten. Eine schlechte Arbeit tadelt man ‚Dees isch koi Ärbad edd!‘ und wer die Arbeit nicht erfunden hat, ‚der hodd koin Schaffgoischd.‘, ‚isch hald net schaffig.

schaluu

das Wort stammt aus dem französischen schalouse = eifersüchtig  und wird im Sinne von aufregen, ärgern, durcheinanderbringen, gebraucht. Mach me net schalu bedeutet soviel wie lass mich in Ruhe, reg mich nicht auf, bring mich nicht durcheinander.

Schapfa

Eine Schapfa ist eine Schöpfkelle aus Holz oder Metall; mit ihr wird geschöpft. Man könnte sie als Eimer mit Stiel beschreiben. Am häufigsten wurden die Schapfen gebraucht, um die Jauche- und Abortgruben in Handarbeit zu leeren. Die Schwieberdinger werden übrigens Schapfa genannt, am Rathausbrunnen steht ein Denkmal.

schäps

schäps  ist schräg oder krumm, eben alles was nicht ordentlich gerade und ist.. Ein Bild hängt schäps, Absätze von Schuhen sind schäps abgelaufen, ein Mensch mit Behinderung „kommt schäps daher“, Kinder sollen nicht so schäps auf dem Stuhl sitzen. . „Der guckt amol schäps“ – er schaut schief – auch unsicher – drein. „I lach me schäps“ – ich lach mich krumm.

schätterâ 

schätterâ wird eine bestimmte Art des Klappern oder Rasseln genannt:  In einem Behälter bewegen sich beim Schütteln kleine Teile. Kleinkinder haben oft Schätterla (Rasseln). Die Samenkapseln des Mohn wurden früher Schätterlâ genannt, weil man den reifen Samen in den trockenen Kapseln beim Schütteln deutlich hörte – es schätterte

scheaga

scheaga heißt schräg gehen, schlurfen, nicht gut zu Fuß sein,  „der scheagt aber au bais d’her“

schee isch gwea

schee isch gwea heißt nichts anderes als „schön ist es gewesen – es war schön“. Unser schwäbischer Dialekt kennt ja nur eine Vergangenheitsform und drüber g’schwätzt wird erst, wenn’s g’schafft isch. Schee isch gwea haben auch die Besucher unseres Apfelfestes am vergangenen Sonntag gesagt

Schee-Boa

Das Schienbein heißt auf schwäbisch Scheeboa.

schella

Unter „schella“ verstehen wir läuten, aber auch klingeln und bimmeln. Eine Handglocke ist „a Schella“, aber die großen Glocken auf den Kirchturm bleiben Glocken und sie läuten (se leitet)  – das hat aber nichts mit leiden zu tun ! ). In der schwäbisch-alemannischen Fasnet gehören auch „Schella“, also Glocken zu vielen Häs. Wenn über eine Frau allerdings gesagt wird, dass sie a „alde Schella“ sei, darf sie das nicht unbedingt als Kompliment verstehen. Zum Schellen gibt es auch noch einen alten Kinderreim der schnell gesprochen werden muss: “schellet se net an sellera Schella, sella Schella schellt net, schellet se an sellera Schella, sella Schella schellt“. Das heißt so viel wie: läuten Sie nicht an dieser Glocke, sie klingelt nicht, benutzen Sie die jene Glocke, diese funktioniert.

Schendmärra

 hochdeutsch etwa Schindmähre, also ein altes, mageres Pferd. Wenn ein Schwôb aber jemand – als alte Schendmärra bezeichnet, meint er kein Pferd, sondern meist eine Frau, die meist boshaft ist, andere ärgert, die mit niemand auskommt und die mit nichts und niemanden zufrieden ist.

scheps

Scheps heißt schief. Das Wort soll aus dem lateinischen scaevus stammen.

Scheraschleifer

Ein Scheraschleifer ist natürlich ein Scherenschleifer, aber der Begriff wird auch als Schimpfwort benutzt für jemand, der unzuverlässig ist, dem man nicht trauen kann.

scherra

scherra heißt scharren, genauer: etwas abkratzen, abschaben; wenn es aber heißt: do hasch ganz schee z’ scherra, bedeutet es soviel wie: da wirst du ordentlich Mühe haben.

Scherretse

Die Scherretse ist der angebrannte Rest in einer Pfanne oder einem Topf. Allgemein heißt scherra etwas zusammenkratzen. Auch die Hühner scherret (= scharren) auf dem Hühnerhof.

Scherre

Die Scherre ist der zusammengekratzte Rest aus einem Topf oder einer Schüssel

schiefera

Schiefera hat nichts mit krumm oder Schiefer zu tun, nein, schiefera heißt scheuen, ängstlich, nervös oder schreckhaft sein. Wer schieferich ist, traut sich aber auch nichts zu, geht nicht unter d’ Leut, er schaut andere vielleicht schief an und will nicht angesprochen werden. Scheuende Pferde sind auch schieferich.

schiergar

schiergar heißt beinahe oder fast. „Mir hättet ons schiergar troffa“ = wir wären uns beinahe begegnet. „Schiergar wär’ i’ fertig worda“ = fast wäre ich fertig geworden.

Schlagrahm

Schlagrahm wurde die Sahne genannt. Bis in die 1930er Jahre wurde ein Großteil der Milch von den Bauern selber verbraucht. Wenn die Milch einige Tage steht, setzt sich das Fett (der „Rahm“) an der Oberseite ab, wird abgeschöpft und geschlagen (kräftig gerührt).

schläggich

schläggich ist schleckig, wählerisch, verwöhnt. Einem Schläggicha kann man es nicht recht machen, weil er mit nichts zufrieden ist.

schlappa

schlappa heißt  schlampich arbeiten; etwas na-schlappa bedeutet unsauber arbeiten.  Der Schlappa ist der Hausschuh, weil der oft nicht richtig am Fuß saß und an der Hinterseite nach unten getreten war. Man konnte nicht richtig damit laufen und vor allem nicht arbeiten, wenn man ihn trug. Alte ausgetretene Schuhe wurden auch als Schlappa bezeichnet.

Schlappergoscha

Bezeichnung für ein loses Maulwerk, speziell für weibliche Personen, die ständig Klatsch verbreitet. Eine Schlabbergosch hat, wer viel, aber mit wenig Inhalt redet. Wenn ein kleines Kind früh und viel spricht, wird es aber auch bewundernd „Schlabbergöschle“ genannt. Dann gibt es ja auch noch die „Meeglenger Schlabbergoscha“ als weibliche, urschwäbisch schwätzende Theater- und Sketchgruppe.

Schlaule

Schlaule wird ein Schlaumeier genannt, wird auch ironisch und abfällig für jemand gemünzt, der sich selbst für den Klügsten hält – es aber vielleicht gar nicht ist.

Schlawagg

A‘ Schlawagg ist ein unordentlicher schlampiger Mensch.

Schleckhafa

A’ Schleckhaf ist eigentlich ein Topf mit Schleckereien oder Süßigkeiten, aus dem man sich leicht bedienen kann.  Es gibt allerdings auch noch eine andere Bedeutung: Wenn gesagt wird, dass „des Gschäft fei koa Schleckhaf“ sei, ist damit gemeint, dass diese Arbeit nicht einfach ist. Man kann sich nicht einfach bedienen, sondern muss dafür arbeiten.

Schleifetsa

A Schleifetsa ist eine Rutschbahn auf Glatteis oder Schnee und war eines der Wintervergnügen der Kinder. Die Straßen wurden in der Regel nicht vom Schnee geräumt, die Abwässer der Häuser wurden nach außen geleitet und froren natürlich schnell zu einer Eisbahn. Auf diesen rutschten dann die Kinder mit Anlauf mehrere Meter weit.

schloa‘fa

schloafa ist ein schwäbisches Wort für schleifen. Hier ist aber nicht das schleifen im Sinne von polieren gemeint, sondern das „hinterher schleifen, hinterher ziehen“. Jetzt in Frühjahr werden z. B. die Wiesen geschloaft; mit einer Egge werden die Maulwurfhaufen eingeebnet, der Boden leicht aufgerissen und der verteilte Mist noch mehr zerkleinert und verteilt.

Schlotzer

En Schlotz’r ist süßer Lutscher für die Kinder (Lolli), schlotza heißt schlecken, abschlecken, lecken, aber auch das Viertel Wein genießen

schlupfa

früher sagte man schlupfa, heute würde man schlüpfen sagen. Einige Beispiele für die Bezeichnung: Wir spielen schlupfetles sagten die Kinder, wenn sie verstecken spielten. Es gab ja in den Winkeln zwischen den Scheunen (Schuira), in den vielen Hütten und Gärten unendlich viele Versteckmöglichkeiten – dort konnte man neischlupfa oder verschlupfa. Im 18. Jhrt. Wurde eine Magd und ein Knecht bestraft, weil sie nachts zusammengeschlupft waren. Nicht überliefert ist, wer das bemerkt und angezeigt hat.

schlurga

Wer schlurgt, lässt die Füße beim Gehen schleifen / schlurfen und hebt sie nicht an. Ein Schlurger  ist ein nachlässiger Mensch – wie der Gang – so der Mann.

Schlutta

Schlutta wurden Zwiebeln genannt, die nicht schön rund und bauchig wie eine normale Zwiebel gewachsen waren, sondern eine schmale und lange Form aufwiesen. Der obere grüne Teil ist auch nicht abgestorben und dürr, sondern noch grün und saftig. Deshalb waren sie auch nicht haltbar und wurden weggeworfen.

Schmarra

En Schmarra ist eine sichtbare Verletzung, auch eine Narbe – der hat en Schmarra em Gsi-icht. An reachta schmarra schreiba, heißt einen Blödsinn schreiben, a Schmarra ist etwas wertloses, nichts positives (nicht unbedingt aber etwas schlechtes) du hasch en Schmarra ab  heißt: du spinnst total

schmeißa

schmeißa heißt werfen. Das Wort stammt vom althochdeutschen smizan = schlagen. „Herr schmeiß’ Hirn ra“ ist eine fromme Bitte, dass dem (bestimmten) Menschen nur noch eine zusätzliche göttliche Gabe Verstand helfen kann.

Schmelzpfännle

Ein Schmelzpfännle ist kleiner Topf (Durchmesser oben ca. 10 cm) mit einem Dreibein und einem ca. 30 cm langen Stiel ( = Griff), der auf dem Küchenherd direkt in das Feuer gestellt wurde und nicht wie die großen Töpfe auf die Herdplatte oder in die Ringe auf der Herdplatte.

Schnackler 

einen Schnackler nennt man ein Schaltgeräusch – einen Knacks – meist wird das Wort aber im übertragenen Sinn gebraucht: wenn es einen Schnackler getan hat, ist der Groschen gefallen und alles ist klar.

Schnai-Stiaber

Zum Schnee hen se früher  Schnai gsait – Schnee wurde früher als Schnai ausgesprochen. Ein Stiaber kann mit Gestöber oder Schauer übersetzt werden. Schnai-Stiaber ist also ein Schnee-Gestöber oder ein kurzer heftiger Schneeschauer.

Schnalla, Schnalla

Bis in die 50er / 60er Jahre hatten die Häuser keine elektrischen und nur sehr wenige mechanische Klingeln. Wenn Besuch kam mußte der eben zuerst im Hof jemand suchen, an der Haustür rütteln / klopfen, rufen oder Steinchen ans Fenster werfen (in der Reihenfolge).   Die Türklinke war die Tür-Schnalla, daran rütteln ist schnallen. Dieses schnallen wurde in der Regel gehört. Die Gürtelschnalle gab es natürlich auch schon.  Schnalla wurde abwertend für eine recht freizügige weibliche „Person“ verwendet, vielleicht weil jeder an ihr rumschnalla durfte ?

schnattera Mit schnattera bezeichnet man zittern, Zähneklappern, hauptsächlich im Winter, aber auch vor Angst.

schnipfla

schnipfla bedeutet, zögerlich und kleine Stücke abschneiden. Mit einem Messer kann man an einem Stock romschnipfla. In dem Wort steckt sicherlich das hochdeutschen schnitzen.

Schnitzbuckel

Der Schnitzbuckel ist ein krummer Rücken. Durch die schwere Handarbeit auf dem Acker und im Haus, die immer mit Bücken verbunden war, wurde das Rückgrat oft geschädigt. Insbesondere Frauen konnten im Alter nur noch gebückt gehen.

Schnôkahuaschter

A Schnôkahuaschter ist ein heimtückischer widerlicher Mann, ein Leisetreter, einer, der es faustdick hinter den Ohren hat und die die anderen ungut spüren lässt. Der Name vereinigt 2 Plagen: die stechenden Schnaken und den Husten.

Schnupped

Schnupped ist Schnupfen, Erkältung;  mit Schnupped wurden alle Erkrankungen bezeichnet, bei denen die Nase lief und tropfte. Das kam sehr oft vor und dagegen gab es nur das Taschentuch (Schnupftuch) das am Herd getrocknet wurde, wenn es mal wieder zu nass war.

schora

zum schora braucht man eine Schorschaufel, also einen Spaten. Wer seinen Garten im Herbst nicht schort (umgräbt) hat bei den Nachbarn kein hohes Ansehen und erntet im nächsten Jahr auch nicht viel. 

Schpätzla, Schpätlze

Eines der wichtigsten schwäbischen Wörter, das leider fast immer falsch geschrieben wird, nämlich Spätzle. „Sp“ kann aber kein rechter Schwob aussprechen ! Schpätzla bestehen aus Mehl, Eiern, Milch und Salz, also Sachen, die jeder hat. Spätzla sind so wichtig, dass man sogar manchmal die liebste Person so nennt.

Schronna / Schronda

rissige, aufgesprungene, trockene Haut, insbesondere an den Händen und an den Lippen. „An de Händ sieht mr’, ob einer was gschafft hat“ konnte man früher sagen. Handschuhe gab es bestenfalls im Winter gegen die Kälte, sonst wurde alles mit den Händen angefasst und hinterließ dort natürlich auch seine Spuren. Fett war das einzige Hand- und Hautpflegemittel.

Sprüchklopfer

A‘ Sprüchklopfer ist ein Mensch, der vieles sagt, aber wenig macht.

Schuira-Rädle

Vor hundert Jahren gab es auf den Dörfern so gut wie keine helfenden Maschinen und alles musste mit Muskelkraft bewegt werden. Garben, Stroh und Heu mussten in den Scheunen auch ganz oben unter dem First untergebracht werden. Als Erleichterung war deshalb dort eine Rolle angebracht. Es einfache Holzräder aber auch kunstvolle Haspel – Konstruktionen aus Holz. Mit einem Seil wurde deshalb alles nach oben gezogen.  Das Schuira-Rädle ist diese Umlenkrolle in der Scheuer = Schuira.

Schüle, Schiale

Das Schüle – gesprochen „Schiale“ ist die kleine Schule – also der Kindergarten. Der Möglinger Kindergarten war bis etwa 1953 in der Hindenburgstr. 28. Nach dem Bau der Hanfbachschule 1952 wurde die „Alte Schule“ in der Pfarrgasse als Kindergarten genutzt. Mit der Vergrößererung Möglingens wurden mehr Kindergartenplätze benötigt und 1966 der KiGa an Wiesenweg neu gebaut. Weitere folgten in rascher Folge.

schwanza

Schwanza heißt schwänzen, herumstreifen, streunen, aber auch versäumen („die Schule schwanza“ heißt nicht in die Schule gehen). „Warschd wieder schwanza“, fragt der Mann seine Frau, die etwas länger als sonst einkaufen war.  

Schwertgoscha

Eine Schwertgoscha hat eine Frau, die ein scharfes Mundwerk hat.

Seiher

Der Seiher ist ein kleiner Sieb in der Küche, das Eigenschaftswort dazu ist seihen – von mittelhochdeutsch sihen.

Sembl 

A Sembl ist eigentlich ein Simpel, ein einfacher Mensch. Ein schwäbischer Sembl ist allerdings im Ansehen noch eine Stufe tiefer. Das Wort leitet sich vom lateinischen „simplex“ = einfach, ab.

Semsa-Krebsler

Die Semsa ist der Sims – Fenstersims. Krebsla bedeutet klettern, hochsteigen. An vielen alten Möglinger Häusern wuchsen an der Südseite Weinstöcke bis zum ersten Stock (bis an die Semsa) hoch. Einige dieser Reben sind auch noch heute erhalten, achten sie auf ihren Gängen durch Möglingen darauf! Die Qualität des aus diesen Trauben gekelterten Weines war offenbar nicht immer die beste, so dass sich dieser Begriff für einen sauren und schlechten Wein festigte.

Siach

 Ein Siach ist ein Nichtsnutz. Vielleicht stammt der Begriff von Siechen, also kranken, arbeitsunfähigen Menschen.

Söhnere

die Söhnere ist die Frau des Sohnes, also die Schwiegertochter

Sonnawirbel

Die Pflanze Sonnawirbel ist allgemein unter Löwenzahn bekannt. Sie ist weit verbreitet, hat eine tiefe Pfahlwurzel und bedeckt mit ihren gezahnten Blättern den Boden um sich. Dabei unterdrückt sie andere (Nutz)pflanzen. Ihre Inhaltsstoffe sind seit alters her als harntreibend bekannt. Deshalb wird sie auch Bettseicher genannt. Wird zuviel eingenommen wirken sie eben auch während des Schlafs…

Sonndich

Sonndich ist ganz einfach der Sonntag. Dies war normalerweise der einzige arbeitsfreie Tag in der Woche, Ausnahmen gab es nur bei wetterbedingt dringenden Feldarbeiten. Morgens hatte mindestens ein erwachsenes Mitglied jeder Familie in der Kirche anwesend zu sein. Zum einen „gehörte“ es sich einfach und zum anderen war so der ganze Ort vertreten, man konnte also alles erfahren und Neuigkeiten austauschen. Der Pfarrer verkündigte ebenfalls Neues. Die Verbundenheit mit der Kirche war sehr groß.  Der Nachmittag wurde meist für Besuche bei Verwandten oder für  Spaziergänge genutzt.

Sooma

Sooma ist der Samen

sotte ond sotte

s’ geit sotte ond sotte – es gibt solche und solche. Dies ist eine kurze Äußerung, dass es verschiedene Menschen gibt.

Spächela

Spächela sind fein gespaltenes Holz zum Anfeuern. Es brennt besser an als Reisig. Außerdem wurden so auch kleinste Holzreste verwertet. Mit Holz wurde ja alles gekocht und auch geheizt.  Spächela machen war früher ein Wintergeschäft. 

Spätleng

Spätleng ist der schwäbische Name für Herbst, für die Zeit des Erntedankes. Vom 08. Bis 13. November 2004 findet im Kreishaus in Ludwigsburg wieder ein Spätlingsmarkt statt, bei dem  auch landwirtschaftliche Betriebe aus Möglingen ihre Erzeugnisse anbieten. Ein Besuch wird sich sicher lohnen.

Spülstein / Spüalstoa

Der Spülstein (gesprochen Spüalstoa) war kein Stein zum Spülen, sondern in der Küche die Spüle aus Steingut. Hier wurde das Geschirr gespült, die kleine Wäsche gewaschen, die kleinen Kinder in einer großen Schüssel gebadet und abends konnte man sich nach Bedarf auch kurz abwaschen. Es war oft der einzige Ort im Haus mit fließendem –natürlich nur kaltem- Wasser und Abwasseranschluss.

staiba

Wörtlich übersetzt kann man für  staiba auch stauben (Staub erzeugen) sagen – wenn es dann staubt, staibt es. Staiba hat aber auch noch andere Bedeutungen: wenn jemand gestaibt wird, wird er verscheucht, weggejagt. In der weiteren Umgebung von Möglingen wird das Wort auch für „mit dem Fuß gegen einen anderen treten“ gebraucht, in Möglingen sagt man dazu staucha.

stät

 „Dua stät“ ruft man einem andern zu wenn dieser wie narret arbeitet. Man will den andern veranlassen, ruhiger und überlegter zu handeln. Der Begriff steht auch für: beständig, zuverlässig, gleich bleibend.

staucha

„staucha“ bedeutet mit den Füßen treten. In anderen Orten wird dafür der Begriff staiba gebraucht. In Möglingen heißt staiba aber jemand wegjagen, aber auch (ab)-stauben im Sinn von Staub entfernen.

Stecka

a’ Stecka ist ein Stecken, ein Stock.

steibera

Steibera ist abstützen; mit Steiberstanga werden die schweren, mit Äpfeln oder Birnen vollhängenden Äste der Obstbäume gestützt, um ein Brechen zu vermeiden. Ein baufälliges Haus wird gesteibert, damit es nicht einfällt.

Steiberstanga

Steiberstangen sind Stützen, meist für Obstbäume. Wenn im Herbst die Bäume voller Obst hängen und die waagrechten Äste zu lang sind, müssen sie abgestützt werden. Gerne werden dafür Äste mit Gabeln verwendet. Steibern (steibera) bedeutet also abstützen.

sterch

Mit „sterch“ können sowohl Menschen als auch Gegenstände bezeichnet werden. „Sterch“ hat in Bezug auf menschliche Eigenschaften eine ähnliche Bedeutung wie „hagabieche“. Passende hochdeutsche Ersatzworte sind starr, hart, unbeugsam, nicht anpassungsfähig, unflexibel, störrisch. Ein „Stercher“ Mensch lässt sich nichts sagen und nimmt keinen Rat an. Ein „sterches“ Material ist hart, rau, und nicht leicht zu bearbeiten. 

Stiaber

 A‘ Stieaber ist ein Regen oder Schnee – Schauer, meist kurz und heftig

Stiaga-Gleandr

A Stiaga ist eine Stiege, also eine Treppe. Sie muß allerdings aus Holz sein, denn eine Treppe aus Stein oder Beton ist eine Staffel – wie die Kirchenstaffel. Eine schmale oder eine kurze Staffel ist natürlich ein Stäffele.

stiera 

stiera hat eine ähnliche Bedeutung wie kruschtla, nämlich etwas suchen, kramen, stöbern – das heißt dann rom-stiera. Die zweite Bedeutung  anstarren, stierer Blick, ist gleich wie im Hochdeutschen. Hier sagt man etz stier me net so a‘ (starre mich nicht so an).

Stoa

Ein Staoa ist ein Stein, a‘ Stoale = ein Steinchen, Stoala = mehrere Steinchen

Stompa, Stemple

Stompa ist ein Rest oder eine kleine Menge. Normalerweise wird als Stompa ein nur teilweise gefüllter Sack bezeichnet. Die Verkleinerungsform ist das Stemple, also ein ganz kleiner Rest in einem Sack. Und dann gibt es noch einen „Stompeda“ – das ist ein kleingewachsener Mensch. Der Rest einer Zigarre ist aber sogar ein Stumpen (auch wenn er noch so klein und schon kalt ist)

Storra

A Storra – Storren ist ein wertloser oder absterbender Baum, aber auch schon ein  krumm gewachsener oder schlecht geschnittener Baum. Ein Storra ist nichts mehr wert und sollte ausgegraben werden, damit er wenigstens zum Feuermachen taugt.

Stösser

Stösser sind gestrickte Pulswärmer. Die Jackenärmel waren oft kurz, weil die Kleidung oft jahrelang getragen oder nicht immer neu und passend beschafft wurde. In den Häusern waren zudem nicht alle Räume beheizt. Deshalb wurden  für die Handgelenke die Stösser als Wärmeschutz gestrickt. Im Prinzip waren es oben und unten offene Socken.

strabelich

Das Wort ist mir wieder in den Sinn gekommen, als ich im Garten Gebüsch und Gestrüpp ausgeschnitten hatte und dieses auf einen Wagen aufgeladen habe. Dorniges Gestrüpp ist strabelich! Es lässt sich nicht zusammendrücken, braucht viel Platz und alles hängt zusammen. Wenn Kinder auf dem Boden liegen und aus Trotz mit den Beinen strampeln, nennt man das auch strabla.

strabla

strabla ist strampeln

Straich/Stroich

Das Wort Stroich/Straich hat wieder 2 Bedeutungen:  1.)  Stroich griaga = Prügel gekommen, zum anderen z’stroich komma = zurechtkommen, eine Arbeit erledigen können. Der schreit scho vor de Straich = Der beklagt sich schon, bevor er Prügel (oder einen anderen Nachteil) erhalten hat.

Strao-Huat

der Strohhut wir Straohuat ausgesprochen

stupfa

stupfa heißt stechen oder auch nur vorsichtig anstoßen. Mit einer Nadel stupft man sich in den Finger, eine andere Person wird mit einem Finger angestupft, um sie auf etwas aufmerksam zu machen.

Stupfelgrotta

Erdkröten gab es früher offenbar öfter auf den Wiesen und feuchten Äckern. Beim Mähen des Getreides und der Wiesen bleiben die unteren Teile der Halme stehen und stupfen (stechen) an den nackten Beinen. Die Kröten wurden  möglicherweise beim Mähen verletzt oder getötet – vermäht. Sie lagen dann erkennbar zwischen den Stupfeln. Der Begriff Grotta wird für Kröte benutzt. Wenn aber von einer liaba Grotta die Rede ist, wird die Stimmlage ganz weich, weil man etwas Liebes Kleines – meist ein Kind – beschreiben will.

Suddrai

Suddrai ist wieder ein Überbleibsel aus der französischen Sprache und bedeutet Keller / Untergeschoss (franz.: Souterrain)

sudla

Sudla nennt man das Gekritzel von Kindern, aber auch alles was nicht „sauber“ gemalt oder gezeichnet ist. Die heute überall angebrachten Graffitis würde a’ alter Schwôb als G’sudl bezeichnen.

Sugga

A’ Sugga ist ein Mutterschwein. Vielleicht kommt das Wort von suggla, also vom saugen der Ferkel.

Supfa

auch übersupfa. Ein randvolles Glas wird vorsichtig angetrunken, damit nichts verschüttet wird – es wird übersupft. Supfa wird auch für probieren verwendet. Wenn man einmal supfa darf, soll man tunlichst nicht viel trinken, sondern nur vorsichtig und wenig probieren. Heiße Getränke werden auch vorsichtig angesupft. supfa bedeutet aber auch eine kleine Menge trinken (etwas versuchen – ausprobieren).

Sutta   

A’ Sutta ist ein Wasserloch / Schlammloch, auch eine nasse dreckige Fläche, wenn viel Flüssigkeit verschüttet wurde.

Sutterkrug / Suttakruag

Der Sutterkrug (gesprochen Suttakruag) ist flaschenförmiger Tonkrug in unterschiedlichen Größen, aber immer mit einem Henkel (Griff). Er wurde entweder mit einem Korken oder einem Bügelverschluß abgedichtet. Am Henkel konnte man ihn gut fassen, aber auch an einer Schnur oder einem Riemen auf den Acker tragen. Der Suttakruag war ein unentbehrliches Utensil: Meist mit Most gefüllt, wurde nur mit seiner Hilfe der Durst auf dem Acker gestillt. Die dicke Tonwand hielt alle Getränke auch im Sommer schön kühl.

Sweeter

 Ein Sweeter ist eine schöne Damen-Jacke

          T

talga, dalga

talga bedeutet hin – und herbewegen, damit umgehen. Teig wird rumgetalgt.

Tatz oder Datz

Die Lehrer teilten bis in die 1950er Jahre T/Datzen aus, das heißt, sie bestraften Schüler (seltener Schülerinnen) mit Schlägen mit einem Stock auf die Hand. Dazu wurde meist ein dünner Rohrstock benutzt. Die Gründe waren vielfältig: entweder nicht gemachte Hausaufgaben, freche Antworten, Streit untereinander, Störungen des Unterrichts – der Lehrer hatte „freie Hand“. Jeder Lehrer schlug anders: Der eine auf die Fingerspitzen, der andere auf die Handfläche, der dritte dazwischen – weh tat es immer.

Tranfonzl

Als Tranfonzl bezeichnet man einen geistig langsamen Menschen, der also kein „großes Licht“ ist. Hier kommt auch die Bezeichnung her: Eine Funzel ist ein Öllämpchen, das in früheren Zeiten zwar relativ billig war, aber nicht wirklich hell .

raute Treibla

Raute (Betonung liegt auf dem a )  Treibla sind rote Johannisbeeren. Sie haben einfach die Form von kleinen Trauben. Der Name Johannisbeere leitet sich vom Johannistag (24. Juni) her, um den herum die ersten Sorten reif werden. Diese vitaminreichen Beeren wurden schon seit langem in jedem Garten geerntet und meist zu Gsälz (Marmelade) verarbeitet. Ein Treibleskuacha (Johannisbeerkuchen) ist aber auch nicht zu verachten.

treppla, treppeln

Ein Radfahrer treppelt, wer ungeduldig ist treppelt (auf der Stelle), also: von einem Bein aufs andere treten.

Trialer, triala

A‘ Trialer ist ein unzuverlässiger langsamer Mensch, a‘ Trialer ist aber auch langsam auslaufende Flüssigkeit, die an einem Gegenstand herunterläuft. Eine laufende Nase bei Erkältungen benennt man auch so. Das Eigenschaftswort dazu ist triala. Wenn eine Verletzung blutet, sagt man auch: „s’lauft dr Trialer na“. Trialer ist  auch der Latz von Kleinkindern, weil sie trialet.

Triebel

Eine Kurbel wird Triebel genannt. Als es noch keine oder sehr wenige elektrisch angetriebene Kleingeräte gab, wurde fast alles manuell bewegt – entweder von Tieren oder von Menschen. An größeren Geräten, wie zum Beispiel einer Obst- oder Rübenmühle war als Hilfe ein großes Schwungrad angebracht. Triebel sagt man auch zu einem „einfach strukturierten“ Menschen. Er konnte nichts anderes als nur drehen und machte dabei nichts falsch.

trikla

trikla ist das schwäbisch Wort für trocknen. „Trikl’s a“ heißt: trockne es ab, nô ischs a-triklt (dann ist es abgetrocknet).

Trottwarbeleidiger

Trottwarbeleidiger sind schlechte  Schuhe. Das Trottwar (franz: trottoir) ist der Gehweg.

trugga

Wenn es lange nicht geregnet hat ist der Boden auf dem Acker arg trugga, also trocken und ausgedörrt. D’ Wäsch uff dr Loana wurd airscht a’gehängt, wenn se trugga isch, sonst muaß mr se no en dr Stuba triggla. (die Wäsche auf der Leine wird erst abgehängt, wenn sie trocken ist, sonst muss man sie noch in der Stube trocknen)

Trumm

Mit dem Wort Trumm will man etwas großes ausdrücken, ein großer starker Mann ist ein „Trumm von a’ ma Ma’“, ein großer Baumstamm ist „a Trumm von a’ma Boomstamm“

übersche

Übersche und ondersche – übereinander und untereinander. Übersche ist auch überlegen sein, drüber sein. Er ist ihm übersche – überlegen

überzwerch

Ein überzwercher Mensch ist unbequem, er stellt sich quer, er kann auch ein Querdenker sein; er ist nicht zufrieden, meckert an allem herum. Kinder können als überzwerch bezeichnet werden, wenn sie zu wenig geschlafen haben und deshalb ständig quengeln. Überzwerch kann aber auch Durcheinander bedeuten – alles liegt überzwerch  alles liegt übereinander, durcheinander -  kreuz und quer.

uff‘haira

Uff’haira bedeutet aufhören.  Kaasch net uffhaira mit schaffa, hat dr Ma zo seira Frau gsait. (kannst du nicht aufhören zu arbeiten, sagte der Mann zu seiner Frau)

uffheba

uffheba ist das verkürzte schwäbische Wort für aufheben. Damit ist sowohl das Aufnehmen eines Gegenstandes vom Boden gemeint, wie auch das aufbewahren. Koa ufheba macha hat  die gleiche Bedeutung wir in Hochdeutschen: kein Aufhebens (wegen einer Sache) machen.

V

Vakanz

Die Schulferien wurden früher Vakanz genannt. Das Wort kommt vom lateinischen vacans – leer, unbesetzt. Die Schulferien waren nicht landesweit festgesetzt, sondern richteten sich oft nach den in der Landwirtschaft nötigen Arbeiten. So begannen z. B. die Sommerferien dann, wenn die Ernte auf den Äckern begann, damit die Kinder mithelfen konnten. Bei schlechtem Wetter über mehrere Tage wurde der Unterricht fortgesetzt.

Veigele

A’ Veigele ist ein Veilchen – im Frühjahr wurden die Veigela beim Sonntagsspaziergang auf den Wiesen im Wengert gesucht und gepflückt und natürlich auch im Garten angepflanzt. Das blaue Auge nach einer Auseinandersetzung wird bekanntlich auch so genannt.

verbobbera

wer ungeduldig und lange auf etwas warten muss, verbobbert fast. Die Ahnâ (Oma’s) sind regelmäßig beinah verbobbert, wenn die Enkelinnen nicht rechtzeitig heimgekommen sind. Es braucht aber niemand verbobbera bis Ostern kommt – es ist bald so weit.

verdöffla

Verdöffla heißt, jemand heftig zurechtweisen, ihm ordentlich die Meinung sagen, oft auch schlagen, verhauen.

verdrwischa

Jemanden erwischen heißt auf schwäbisch verdwischa.

verhaua

 jemanden verhaua bedeutet, dass man jemand schlägt, verprügelt. Hauen heißt schlagen. Die zweite Bedeutung von verhaua kommt aus der Landwirtschaft: Die Rüben wurden in Reihen gesäät, zum Wachsen brauchen sie aber Abstand, deshalb mussten sie manuell mit der Hacke (der Haua) und von Hand ausgedünnt werden, damit im Abstand von ca. 10-15 cm nur noch eine Pflanze stehen blieb. Die Rüben wurden verhaua.

verheba

Verheba heißt zurückhalten, sich beherrschen, dees kaasch net verheba = etwas nicht verhindern können. Wenn die nächste Toilette noch weit ist, muss man auch etwas verheben können. Wenn man gerne etwas deftiges sagen würde, es aber besser unterlässt, muss man es verheba können. Wenn man sich aber verhoba hat, hat man ein gesundheitliches Problem: Der Gegenstand, den aufgehoben hat, war zu schwer und Rückenschmerzen sind oft die Folge.

verhonza

Verhonza ist Verhunzen, verunstalten, verfälschen, kaputt machen

verkirna

Verkirna bedeutet verschlucken – besonders, wenn beim Trinken Flüssigkeit in die Luftröhre gelangt, was bekanntlich einen starken Husten auslöst. Möglicherweise glaubte man früher, dass die Flüssigkeit ins Gehirn gekommen sei, weil sie ja auch durch die Nase heraus kommen kann.

Verkündschein oder Verkendschein

Staatliche Standesämter gibt es bei uns erst seit 1876, zuvor wurde „nur“ in der Kirche geheiratet. Beabsichtigte Heiraten wurden an 3 Sonntagen in der Kirche verkündet. Bei Heiraten außerhalb des Heimatortes, stellte der Pfarrer eine Bescheinigung über diese Verkündung aus. Dass dies nicht immer schnell genug ging, ist in einem alten Brief von 1852 an den Möglinger Pfarrer überliefert: [mehr]

verkuttla

Verkuttla bedeutet, eine Sache durch verhandeln oder besprechen zu einem einvernehmlichen Ende bringen.

verkutzla

 Verkutzla bedeutet kitzeln – verkitzeln. M’r verkutzelt ebber – man kitzelt jemand.

verlupfa

Verlupfa ist zu schwer heben, wer sich verlupft hat, dem ist es ins Kreuz gefahren, der hat Rückenschmerzen.

omms verregga net

Das ist wieder einer der recht kräftigen Begriffe. Damit wird eine kategorische und absolute Ablehnung ausgedrückt. Verregga bedeutet in etwa krepieren. „Omms verregga net“  kann übersetzt werden mit: überhaupt nicht, auf gar keinen Fall, niemals. Ein Nicht-Schwabe würde etwa sagen: Ich mach es nicht und wenn Du mich schlägst.

verriacha

verriacha bedeutet, dass etwas an Aroma, an Geruch, an Geschmack verliert. Dies kann der Fall sein, wenn ein Behälter nicht abgedeckt wird und so das Lebensmittel austrocknet und den Geschmack/den Geruch verliert.

verschnorgelt

verschnorgelt oder auch verschrumpelt ist vertrocknet oder eingeschrumpft. Verschnorgelt ist auch faltig, rissig.  Meist benennt man so eingetrocknetes Obst, aber auch ein altes Gesicht kann – liebevoll gemeint – so genannt werden.

versuggla  

Versuggla ist Verunreinigen, versauen – eine Sauerei machen,  „a‘ Suggl“ ist eine Muttersau.

vertlaufa

 vertlaufa heißt weglaufen, fortlaufen, aber nicht verlaufen (verirren) -  das heißt verlaufa, er hat sich verloffa. Einer Schwierigkeit aus dem Weg gehen: do kennscht grad vertlaufa

verzwazla

verzwazla heißt ungeduldig warten, verzweifeln. „I be dâ gsessa, hau g‘ward ond be beinoh verzwazelt“ = Ich bin gesessen, habe lange gewartet und bin fast verzweifelt.

verzwiebla

Wenn jemand verzwieblt wird, wird er geplagt. Im Sommer können Insekten Tier und Mensch stark belästigen – verzwiebla.

veschpera

veschpera heißt vespern. Veschpera kann man zu jeder Tageszeit. Veschpera ist das Gegenteil von „warm essen“. Normalerweise gehört zu einem richtigen Veschper Brot, Wurst oder Käse und natürlich auch Mooscht.

Viecher

Viecher sind der Oberbegriff für Nutztiere, hauptsächlich Rindvieh und Säu (Schweine). Pferde zählen nicht dazu, die waren etwas besonderes.

Visimatentla macha

Wer „visimatendla“ macht, macht Schwierigkeiten, Probleme,  verhält sich nicht so, wie man es von ihm erwartet. Der Ursprung dieses Spruches kommt aus dem Französischen. Die Franzosen hatten es auf ihren mehrfachen kriegerischen Durchzügen natürlich auch auf die hübschen Schwabenmädchen abgesehen und sie, mit oder ohne Hintergedanken,  zu Besuchen ihrer Unterkünfte – oft Zelten – eingeladen:  „visit ma tent“ – besuche mein Zelt. Den Eltern gefielen diese Einladungen natürlich nicht und sie verboten diese „Visimatentla“.

vorkomma

vorkomma heißt nicht nur verkommen im Sinne von verkommen sein, sondern wird auch als begegnen gebraucht: D’r Karle isch mir em Flecka au’ vorkomma  im Ort ist mir auch Karl begegnet.

vornudla

Vernudla ist knuddeln, drücken, heftig streicheln.

W

Wäschlabba

A’  Wäschlabba  oder Waschlomba ist eigentlich ein Waschhandschuh wie ihn jeder kennt. Ein Wäschlabba ist aber ein feiger, unentschlossener Mensch, der keine eigene Meinung hat,  z.B. ein Ehemann, der bei seiner Frau nichts zu sagen hat und der unter deren Pantoffel steht.

Wefzga

Wespen werden vom richtigen Schwôb Wefzga genannt. Das „sp“ in Wespe entspricht keinem schwäbischen Laut und wird fast immer als „sch“ gesprochen.

Wega sellem

Mit „wega sellem“ ist eine dritte Person gemeint und kann mit „wegen jenem“ übersetzt werden. Zu „wega sellera“ (wegen jener)  gibt es auch einen Kindervers: schellet se net an sellera Schella, sella Schella schellt net, schellet se an sellera Schella, sella Schella schellt“ Das heißt so viel wie: läuten Sie nicht an dieser Glocke, sie klingelt nicht, benutzen Sie die jene Glocke, diese funktioniert.

Welschkorn

Welschkorn ist Mais. Das Wort Welsch deutet auf  die fremde, südliche Herkunft hin. Kolumbus hatte den Mais 1525 aus Amerika nach Europa mitgebracht

Wengert

Wengert ist das schwäbische Wort für Weinberg. Bis um 1920 waren alle Südhänge zwischen Möglingen und Asperg mit Reben besetzt. Der Name ist noch erhalten und an einigen Stellen auch noch die Weinbergmauern. Die Möglinger Kelter stand bis 1934 auf dem Gelände des heutigen CVJM-Hauses.

wenna

wenna bedeutet wenden, umdrehen und wird speziell für die Heuernte verwendet:  s Hei hau e gwennt, s Hei muasch no wenna. A‘ nasser Lompa wird auch ausgwennt –auswringen.

Wergela

wergeln heißt rollen, der Teig wird gwergelt – gerollt. Wergela entstehen auch, wenn die schmutzigen Hände kräftig gegeneinander gerieben werden: Der Lehrer lässt im Naturkundeunterricht die Kinder die Hände kräftig gegeneinander reiben und will wissen, was dabei passiert – er will hören, dass Wärme entsteht. D’r Fritzle guckt seine Händ’ an und sagt: „Wergela

wergla

zama-wergla bedeutet zusammenknüllen; wergla ist auch: etwas nicht sauber zusammenlegen.

wertichs

 Der Wertich ist der Werktag, wertichs heißt ganz einfach werktags.

Weschdemer Weag

Der Ausdruck ist breitestes Möglinger schwäbisch und heißt Westheimer Weg. Gemeint ist damit der heutige Feldweg, welcher von der Stammheimer Straße nach dem Ortsausgang links abzweigt und in Richtung Kornwestheim führt. Kornwestheim wurde in früheren Zeiten auch einmal Westen genannt. Der Weg wurde in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts rege genutzt, als viele Möglinger beim Salamander in Kornwestheim arbeiteten und dorthin zu Fuß oder mit dem Fahrrad gelangten.Der Heimatverein hat die alten Wege- und Gewannbezeichnungen aufgearbeitet und in einer Liste auf der Homepage zusammengestellt.

wetza

Natürlich ist mit wetza auch das Wetzen einer Sense oder einer Sichel, also das Schärfen von Gegenständen gemeint. Eine abgewetzte Hose ist dann aber keine scharfe Hose, sondern ein an manchen Stellen abgenutztes, abgeschabtes, unansehnliches Kleidungsstück. Wenn ein Junge aber zum Nachbar hinüber wetza soll, dann macht der etwas ganz anderes: er rennt. Ein Fußballspiel auf der Straße wurde auch Sockenwetz genannt.

Wiagagaul

A Wiagagaul ist ein Schaukelpferd. Noch in den 1950 / 1960er Jahren waren sie der Stolz jedes Jungen. Meist handgeschnitzt, mit echter Mähne, Schwanz, Sattel und Saumzeug, konnten sich die Kinder stundenlang beschäftigen.

widerborschtich

widerborschtich ist widerspenstig

wief

Als wief wird jemand bezeichnet, der aufgeweckt ist, etwas schnell versteht und umsetzt. Jeder Meister hat einen wiefen Lehrling gern, weil der schnell lernt und bald selbständig arbeiten kann

wiefla

Gewiefelt wird heute so gut wie nicht mehr, wiefeln bedeutet nämlich flicken oder Socken stopfen. „Dui Hosa hau i nômol zama-gwiefelt“ heißt, dass diese Hose noch einmal (das letzte mal?) geflickt (zusammengenäht) wurde.

Wisch

a Wisch ist ein unangenehmer, schlecht geschriebener oder schlecht formulierter Brief. Er ist so wertlos wie ein Lappen, den man zum Putzen nimmt; er hat vielleicht auch äußerlich Ähnlichkeit mit einem solchen

Wochadippel

Wochadippel ist ein altes Wort für Mumps – die Krankheit war meist nach einer Woche vorbei und in dieser Zeit konnte man mit den Kindern nichts anfangen – sie waren ein Dippl – also: zu nichts zu gebrauchen / krank / schwach.  

worba

Als worba wird das gleichmäßige Verteilen des frisch gemähten Grases bezeichnet. Wenn mit der Sense gemäht wird, liegt das Gras danach in Schwaden. Damit es schnell trocknet, muss es gleichmäßig auf dem Boden verteilt werden.

wuala

Wuala nennt man heute wühlen. Damit ist aber nicht in erster Linie das Wühlen in der Erde gemeint, sondern „sich in Arbeit vergraben“. A‘ Wualer ist ein Mensch, der alles schnell und sauber macht, der vor keiner Arbeit zurückschreckt.  Workalcoholic ist evtl. das entsprechende moderne Wort.

Z

Zeata

Dr‘ Zeata ist die Markung einer Gemeinde, also die Gesamtheit der Äcker und Wiesen.

zeitich

I’ be zeitich dô gwea – ich war frühzeitig – zur rechten Zeit -  hier. Zeitich wird aber auch als Bezeichnung für reif, ausgereift genannt. Die Kirschen sind zeitich,  heißt die Kirschen sind reif.

Zenka

Als Zenka wird eine besonders große Nase  bezeichnet, weil sie wie ein großer Haken aus dem Gesicht ragt.

zerfa 

Zerfa ist etwas das manche gern, andere aber gar nicht gern machen : streiten oder händeln.

Ziacha

Das Leintuch im Bett ist das Ziacha.

Zibeba

Rosinen oder Sultaninen. Als Zibeba wurde früher aber auch spöttisch ein Mädchen bezeichnet, das unselbständig, zurückgeblieben oder einfach nur überempfindlich und sehr sensibel war.

Zicherte

Eine Zicherte ist ein Wurf  bei Tieren – hauptsächlich bei Schweinen

Ziefer

Als Ziefer werden kleine Nutztiere (Geflügel, Ziegen) benannt. Es gibt aber auch  „O-Ziefer“, das  Ungeziefer; damit sind von Fliegen bis  zu Ratten alle Nicht-Nutztiere gemeint.

Zigore

Die Zichorie wird auf schwäbisch Zigore ausgesprochen. Die Pflanze gehört zu den Wegwarten. Die Wurzelzichorie wurde auch in Möglingen bis in die 1950er Jahre von den Bauern auf den Äckern angebaut und nach Ludwigsburg an die Fabrik Franck verkauft. Dort wurde sie geröstet – dabei entstand der typische Ludwigsburger Geruch in der Nähe des Bahnhofs - und als Kaffeeersatz weltweit verkauft. Der Anbau, die Pflege und die Ernte der empfindlichen Pflanzen waren sehr (hand) - arbeitsaufwendig. Die Wurzeln waren ca. 20 cm lang und bis zu etwa 8 cm dick; sie sahen aus wie kleine Rüben.

Zipfele

Ein Zipfele ist ein kleiner Zipfel. So gibt es Bettzipfel (eine Ecke der Bettdecke), das Wurstzipfele (das Ende der Wurst), auch der Penis eines kleinen Jungen wird Zipfele genannt. A Zipfele ist aber auch ein Kosename für einen etwas ungeschickten kleinen Jungen (du bisch mr amol a Zipfele!)

Zirenka

Mir saget Zirenka -  wer net schwäbisch ka, der sait Flieder zu deam Boom mit deane stark riachende Blüata. Der schwäbische Name wurde vermutlich vom wissenschaftlichen Namen Syringia abgeleitet. Einen Zirenka-Baum gab es in jedem guten Bauerngarten beim Haus.

Zoana, Zaina

A Zoana isch en Korb, a Körble (kleiner Korb) isch a Zoatle.  Ursprünglich wurden sie aus Weiden geflochten, später wurden sie auch aus Metall und  heute aus Kunststoff gemacht.

zom bossa

Des mach i‘ jetzt grad zom Bossa sagt man, wenn man jemand ärgern will; man tut es, obwohl man genau weiß, dass es dem anderen überhaupt nicht gefällt. Ähnlich auch: Possen spielen, Streiche machen.

zopfa

Äpfel und Birnen zopfa heißt auf hochdeutsch  „pflücken“. Möglicherweise gibt es einen gemeinsamen Wortstamm mit zupfen.

Zornigel 

A’ Zornigel ist ein Mensch, der schnell wütend und zornig wird; der aufbegehrt und unbeherrscht ist. Oft wurden so auch kleine Kinder bezeichnet, die sich nicht (in die sehr fest gefügte) Ordnung halten wollten und schon eine eigene Meinung hatten. Deren Willen wurde „gebrochen“

Zuddl 

A’ Zuddl ist eine schmuddelige, ungepflegte Frau, zottelich ist ein verwandtes Wort.

zu-ene Auga

Zue-ne Auga heißt nichts anderes als geschlossene Augen. Für das Wort geschlossen gibt es kein entsprechendes schwäbisches. Wenn etwas geschlossen ist, ist es zua (zu).

zwischa-nai

zwischa-nai heißt, etwas außer der Reihe machen oder einschieben. Dr’zwischa ist dann dazwischen

zwoa

Letschta Sonntich senn mr‘ zwoa Stonn lang en Meglenga onderweags gwea  =  letzten Sonntag waren wir zwei Stunden lang in Möglingen unterwegs. Die Zahl zwei wird als zwoa ausgesprochen.